Basierend auf den Roman „The Wild Robot“ von Peter Brown liefert Chris Sanders zusammen mit DreamWorks die gleichnamige filmische Umsetzung. In dem animierten Werk erwacht der Roboter Rozzum 7134 auf einer Insel. In der von den Tieren bevölkerten Wildnis anfänglich fremd, kommt man sich mit der Zeit näher und „Roz“ sieht sich bald einer ungeahnten Aufgabe gegenüber.
Die Versuche, die ihr als chaotisch anmutende Natur zuerst (programmgemäß) mit Logik und Rationalität zu erfassen, sind durchaus witzig und bilden die Gegenüberstellung von eben Natur und (menschlicher) Technologie ab. Etwas, das sich durch den Film zieht, ebenso wie die emotionalen Ebenen der Mutterschaft, deren Entwicklung für einen selbst (hier Roz) und wie man damit klarkommt. Unter der öfters komödiantischen Oberfläche erkennt man so ein ernsthaftes Thema, denn weder fühlt sich Roz für diese Aufgabe bereit, noch geeignet. In manche Dinge wächst man rein, sei es aus Wollen oder aus Müssen. Damit geht Sanders‘ Animationsfilm meist locker um, bietet Humor und Tempo, der Witz ist dabei auch mal sarkastisch angehaucht (Opossum). All dies in der Umgebung der Wildnis mit ihren Mechanismen, wobei das spätere Eingreifen in die winterlichen Abläufe doch konstruiert wirkt. Über die Fressgewohnheiten macht man sich da besser keine Gedanken. Schwerer auszublenden ist da das Abrutschen in etwas Melodramatik und dass sich manche Wege, die die Erzählung nimmt, berechnend anfühlen.
Die unterschiedlichen Charaktere besitzen hier durchaus Persönlichkeit. Ausführlicher gezeichnet werden nicht alle, dennoch gelingt es, die unter ihnen bestehenden Beziehungen herauszustellen.
Leider driftet alles zum Ende hin ab und liefert ein krawalliges Finale, das zu dem auf seine emotionalen und soziologischen Ebenen ausgelegten Film nicht so recht passen will.
Audiovisuell ist „The Wild Robot“ ansprechend, die Umgebung ist farbenfroh und wild, wie es die unberührte Natur ist. Die Animationen wirken oft gemalt, stilistisch ist das eine spannende Mischung und mag man da auch verschiedene Einflüsse erkennen, so greifen sie harmonisch ineinander. Auch der Score von Kris Bowers ist gelungen und sticht stellenweise merklich hervor.
„Funny how life works.“
Auch die Natur ist programmiert, so mag es Roz sich irgendwie erklären. „The Wild Robot“ ist ein schön anzusehender Animationsfilm mit witzigen Szenen und einer Botschaft, die er zwar nie aus den Augen verliert, aber gegen Ende auch mal hinter manches Getöse stellt. Der familiäre Kern bleibt aber erhalten. Audiovisuell gelungen und mit Herz.