Da „Gesetz der Bravados“ im Rahmen der Italo-Western-Night auf VOX lief, sollte man eigentlich davon ausgehen, dass es sich um einen typischen Italo-Western handelt. Allerdings bin ich der Meinung, dass zu etwaigigem mehr dazu gehört als nur die Drehorte des Films, die mitunter auch nicht wirklich „Italo“ wirken. Die meiste Zeit des Films über verbringt man in einem Dorf. Dieses Set wirkt eher amerikanisch denn italienisch, oder sonst was. Liegt vielleicht daran, dass der Film noch ein relativ früher Vertreter des Italo-Western-Genres ist. Einzig die Verfolgung am Schluss hat ein bisschen was an Italo-Atmosphäre.
Der Plot ist dazu auch nur durchschnittlich und einfallslos geraten. So dreht sich alles um eine Versicherungsgesellschaft, die die Leute zwingt Kunden zu sein und von ihnen das Geld, mittels Banditen, eintreibt. Kopf der Banditen ist Moody. Hauptperson soll wohl der versoffene Nichtsnutz, den alle nur Brandy nennen, sein. Während dieser sich seinen Alkohol zusammen schnorrt, räumt die Bande der Versicherungsmännern jeden aus dem Weg, der sich ihnen entgegen setzt. Leider darf man sich auch dieses nicht allzu spannend Vorstellen. Ebenfalls zu der Zeit holt eine Frau einen zu Unrecht im Gefängnis sitzenden Revolverhelden aus der Haft, damit dieser ihren Hof beschützt. Dieser Darsteller wird immer wieder hochgespielt, aber außer ein paar Schlägereien und ein bisschen Anspruch auf Handlung zum Schluss steckt wenig dahinter. Zwischendurch ergaunert Brandy ein bisschen Geld, reißt die hübsche Bedienung aus der Bar auf und hört ihr zur Liebe von einer Minute auf die andere mit dem trinken auf. Soll es geben. Außerdem ist er mal sternhagelvoll und eine Sekunde später Nüchtern wie kein Zweiter.
Als der jetzige Sheriff dann umgelegt wird muss ein neuer her. Brandy wird ganz unerwartet zum neuen Sheriff gewählt, was natürlich niemand vorher geahnt hätte, und räumt mit der Bande mal ordentlich auf.
Die Dialoge sind größtenteils langweilig und werden zusätzlich von Jump-Cuts beeinträchtigt, die leider sehr auffallen. Bei den Schießereien geht es immer sehr zur Sache. Leider dauert es auch mal bis jemand trifft, aber nachher war ich fest davon überzeugt, dass ein Revolver mehr als sechs Schuss hat. Musik ist auch vorhanden aber nicht weiter erwähnenswert.
Vielleicht liegt es daran, dass der Film auf mich eher wie ein US-Western wirkt, anders kann ich es nicht erklären, dass der Film leider nur unterdurchschnittlich für mich ist.
Wer nichts anderes, besseres zu tun hat sollte sich „Gesetz der Bravados“ eventuell doch mal anschauen, wenn er im Fernsehen läuft. Auf DVD etc. wird er es wohl nie schaffen. Einige lustige Szenen hat er ja dann doch. Trotzdem reicht das nicht! (5/10)