Review

„Gesetz der Bravados“ ist ein mittelmäßiger B-Western aus der Anfangszeit der Italo-Western:

In einem kleinen Dorf werden die Bewohner von Schutzgelderpressern unterdrückt. Wenn sie nicht zahlen fliegt schon mal der Laden in die Luft oder die Ernte brennt ab. Am Kopf befinden sich die reichsten Bewohner des Ortes, unter anderem der Bürgermeister und der Bankdirektor. Ausführendes Organ ist Moody (Claudio Undari) und seine Bande. Dies ändert sich erst, als der Ex-Sträfling Donald in die Stadt kommt, um einer Farmerin zu helfin. Er trifft auf seinen Freund Brandy (Alex Nicol), der inzwischen Alkoholiker ist. Dieser ist mit dieser Situation unglücklich und findet in der schönen Eva Unterstützung mit dem Trinken aufzuhören. Als der Sheriff des Städtchens immer mehr Nachforschungen anstellt und langsam auf die Schliche kommt, wer hinter den Schutzgelderpressungen steckt, wird er von Moody umgelegt. Der Richter befiehlt, dass schon am nächsten Tag ein neuer Sheriff gewählt werden soll. Der Bürgermeister schlägt Brandy vor, da er denkt, dass dieser immer noch Alkoholiker sei und ihnen deshalb nicht in die Quere kommen wird. Aber Brandy ist inzwischen trocken und nimmt seinen Job ernster, als erwartet...

Die Story bietet eigentlich keine großen Überraschungen für Freunde des Westerngenres. Leider fehlt es ihr an der Feinabstimmung und zum Teil an der Glaubwürdigkeit. Auch verlaufen einige Stränge ins Nirvana. So ist die Wandlung Brandys von einem Alkoholiker zu einem trockenen Menschen unglaubwürdig, da sie einfach zu schnell vor sich geht, quasi von heute auf morgen. Auch wurde der Part des Donalds viel zu schlecht ausgearbeitet. Da er am Anfang auftaucht und groß eingeführt wird, denkt man, er sei für den späteren Verlauf von großer Bedeutung. Pustekuchen. Er taucht ab und zu mal auf, prügelt sich, das ist aber auch alles. Nur am Ende hat er einen richtigen Auftritt. Auch wird nie genau klar, was er verbrochen hat. Man erfährt zwar, dass es etwas mit Moody zu tun hat, aber was genau auch nicht. Auch das Ende kommt zu plötzlich. Negativ fallen auch Logikfehler auf, so wird in einer Einstellung ein Haus angezündet, in der nächsten ist es dann komplett heruntergebrannt. So ziehen sich solche kleinen Macken durch den ganzen Film und auch die Story will nicht so recht in Fahrt kommen. Auch der Versuch eine Art Romanze zwischen Brandy und Eva einzubauen macht den Film nicht besser.

Schauspielerisch kann niemand richtig überzeugen. Alex Nicol spielt den Part des Brandys viel zu halbherzig. Man nimmt es ihm einfach nicht ab. Für einen gebrochenen Mann, zeigt er zu wenig Emotionen.
Claudio Undari als Moody kann einem auch keine Angsz einflößen. Für einen richtigen Gangster, der über Leichen geht, sieht er viel zu harmlos aus. Die restlichen Schauspieler tapsen mehr über den Bildschirm, als richtig zu Agieren. Es sieht alles recht billig aus und amateurhaft aus.

Auch die Musik, ein wichtiger Bestandteil eines Western, kann nicht überzeugen. Sie wird viel zu wenig eingesetzt und wenn, dann sind die Stücke meist nicht wirklich passend. Mir haben auch nicht die Gesangseinlagen gefallen, da sich diese meist schrecklich angehört haben.

Die Kamera hingegen hat ordentliche Arbeit geleistet und bietet schöne Aufnahmen. So gefällt mir besonders der Kampf von Brandy in den Bergen, wo sehr gekonnt die schöne Landschaft eingefangen wurde.

Der Schnitt in diesem Film ist recht ruppig, was vielleicht auch an der deutschen Fassung liegt. So sehen viele Szenen abgehackt aus und machen den Film zum Teil recht hektisch.

„Gesetz der Bravados“ ist doch ziemliches Mittelmaß, mit einer Story, die es schon dutzende Mal gegeben hat, amateurhaften Schauspielern und schlechter Musik. Meine Empfehlung: Angucken und danach vergessen. Höchstens für Westernfreaks interessant. Knappe fünf Punkte.

Details
Ähnliche Filme