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Eine Handvoll Slasher wird passend zur Vorweihnachtszeit alljährlich veröffentlicht, bei denen das Fest der Liebe eher mit Füßen getreten oder dem Messer malträtiert wird. In dieser Saison wird sich allerdings jeder Beitrag mit „Terrifier 3“ messen lassen müssen und gegen den wirkt vorliegendes Werk beinahe amateurhaft.

Nikki überlebt kurz vor Weihnachten die Attacke durch einen verkleideten Santa und wacht nach knapp einem Jahr Koma wieder auf. Zur Ablenkung soll es mit drei Freunden über die Feiertage in ein abgelegenes Ferienhaus gehen, doch erneut scheint ein verkleideter Killer sein Unwesen zu treiben…

Schauplätze und Ausstattung sind der Dreh - und Angelpunkt bei Weihnachtsfilmen, aber auch bei solchen mit komplett düsterer Gangart. In diesem Punkt fällt die Exposition noch einigermaßen atmosphärisch aus, doch das Ferienhaus wirkt nur bedingt feierlich, obgleich die Umgebung weitgehend eingeschneit ist. Zudem herrscht zwischen den vier Figuren eine angespannte Stimmung, was in Nikkis Fall noch nachvollziehbar ist.

Es folgt eine klischeehafte Enthüllung, welche bereits viel vorwegnimmt und so erscheint es nur folgerichtig, dass irgendwann eine Person spurlos verschwindet. Ein weiteres Manko ergibt sich mit der spärlichen Ausleuchtung bei Außenaufnahmen, wo phasenweise kaum etwas zu erkennen ist. Auch die minimalistische Grundkonstellation ist ein Problem, denn von den vier nicht sonderlich sympathischen Figuren geht leider kein Unterhaltungswert aus. Und so dauert es rund 40 Minuten, bis Bloody Santa wieder zum Vorschein kommt.

Aber auch da will sich kaum eine Temposteigerung einstellen. Zwar wird zuweilen blutig zur Tat geschritten und es werden Innereien offen gelegt, ein Kehlenschnitt angesetzt und ein Auge heraus gestochen, was mit handgemachten Effekten einhergeht, doch spannende Konfrontationen werden kaum geboten. Da bewirkt ein vermeintlicher Twist zum Showdown wenig und wenn selbst der einzige Jump Scare in jeder Einstellung erahnbar ist, wird man spätestens da müde abwinken.

Die flachen Dialoge, die schwache Synchro und das nicht wirklich überzeugende Schauspiel geben dem Unterfangen fast schon den Rest und es ist einzig der kurzen Laufzeit von 76 Minuten zu verdanken, dass die Chose nicht komplett zur Gurke mutiert. Bezeichnenderweise ist eine kurze Szene nach den Credits die einzige mit einem Anflug von Humor.
3,5 von 10

 

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