Einige der heute gängigen Bräuche haben ihren Ursprung in der keltischen Mythologie. So stammt etwa Halloween nicht aus Amerika, sondern wurde von irischen Einwanderern als Samhain mitgebracht und im Laufe der Jahre verändert. Also eigentlich ein gutes Pflaster, um gruselige Folklore aufleben zu lassen.
Noch nicht lange leben Vikarin Rebecca und ihr Mann Henry mit ihrer zehnjährigen Tochter Grace in dem beschaulichen Örtchen Borrow. Als die drei am hiesigen Herbstfest teilnehmen, verschwindet Grace spurlos. Jede Suche verläuft daraufhin im Sande und Rebecca stellt ihre eigenen Nachforschungen an, die sie an eine große Verschwörung glauben lassen…
Die Iren und ihre Folklore. Zuweilen könnte man meinen, die veranstalten heutzutage ihre Feste als Anlass, anschließend ordentlich bechern zu können. Das hier bebilderte Herbstfest ist immerhin einigermaßen atmosphärisch ausgefallen, mit merkwürdigen Maskeraden und seltsamen Ansprachen. Mit dem plötzlichen Verschwinden und der damit einhergehenden Verzweiflung wird zunächst eine emotionale Intensität geschürt, die allerdings rasch nachlässt. Denn kurz darauf verdichten sich die Hinweise, wohin die Reise gehen dürfte.
Die Vorhersehbarkeit des Unterfangens wird kaum durchbrochen, zumal einige Nebenfiguren zu deutliche Verhaltensweisen an den Tag legen, - zu viele ähnlich gelagerte Fälle hat man auf dieser Basis bereits gesehen. Zwar strahlen der Ort und seine Bewohner nach wie vor ein ungutes Gefühl in der Magengegend aus, doch bis zum Finale kristallisieren sich kaum spannende Momente heraus.
Im Gegenteil. Es gibt einige Passagen, die in ihrer betagt surrealen Form nur verstärken, was ohnehin schon Gewissheit scheint. Ein paar galante Szenenübergänge übertünchen nicht das durchschaubare Konstrukt und man stellt sich lediglich die Frage, ob der vielfach zitierte Geist von Gallowgog gegen Showdown noch Gestalt annimmt. Hier geraten zwar einige Szenen erneut intensiver und man geht zuletzt doch recht konsequent vor, doch eine Offenbarung liefert die Geschichte beileibe nicht.
So bleibt die Inszenierung kompetent, der Score angemessen atmosphärisch und die Darsteller liefern solide, doch die Erzählung tischt lediglich neu auf, was andere bereits mit recht ähnlichen Verläufen verwirklichten. Wer auf Folk-Horror mit mystischen Komponenten und eher weniger Blutvergießen steht, könnte einen vorsichtigen Blick riskieren, sollte jedoch aufgrund vertrauter Konventionen und Klischees nicht zu viel erwarten.
5,5 von 10