Die Einwohner von Ludlow Falls werden weiterhin von einer unheimlichen Mordserie unter Teenager-Pärchen geplagt, die von einigen Leuten der Sagengestalt "Red" alias Tommy Mavis zugeschrieben wird, während andere doch eher einen irdischeren Täter vermuten... wie beispielsweise den jungen Schwarzen Kenyon Jones, der sich aber schon kurz nach seiner Verhaftung selbst das Leben nimmt. Die Morde reißen dadurch natürlich nicht ab und die überlebenden Mädels wandern jeweils direkt in die örtliche Heilanstalt, wo ihre mentale Macke aufgrund fehlender Finanzmittel aber bestenfalls notdürftig behandelt wird, bevor sie schnell wieder entlassen werden und als Stripperinnen im Titten-Lokal des Städtchens landen. Derweil gehen die britischen Ghosthunter "The PolterGuys" auf Drängen ihrer Follower weiterhin der Legende um "Red" nach und stoßen zu ihrem eigenen Entsetzen dieses Mal tatsächlich auf Übernatürliches... und so scheint der Terror, der Ludlow Falls heimsucht, kein Ende nehmen zu wollen... Mit "Red" komplettiert Don Tjernagel nach "Sin" und "Tom" sein filmisches Triptychon rund um die unheimlichen Geschehnisse in Ludlow Falls und kann sich damit rühmen, eine ziemlich einzigartige No-Budget-Trilogie gestemmt zu haben, die ziemlich weit aus dem üblichen Amateurfilm-Allerlei des Genres herausragt... und die aufgrund ihrer eigenwilligen formalen Umsetzung ebenso auf Wohlwollen wie auch Ablehnung stoßen wird. Wiederum ist das Ganze schwer zu packen, wiederum ergibt sich - auch rückblickend in Hinsicht auf die beiden Vorgänger betrachtet - kein gänzlich klares Gesamtbild und wiederum ist der allgemeine Ton ziemlich uneinheitlich und all over the place. Dem Gegenüber stehen einige erstaunlich stimmungsvolle Aufnahmen und viele recht eindrucksvolle Drohnen-Shots, die durchaus eine passende Grusel-Atmosphäre verbreiten, sowie das unbestimmte Gefühl, dass Tjernagel mit seinen Streifen durchaus hehre Absichten verfolgt hat, denn letzten Endes geht es hier dann auch wieder nicht darum, eine klassische Genre-Story zu erzählen, sondern mehr um die Zustandsbeschreibung der unteren amerikanischen Kleinstadt-Mittelschichten, die da ohne Aussicht auf Besserung von Mental-Health-Issues, Opiaten und Verschwörungs-Theorien gebeutelt werden. Obwohl im Kern also durchaus ernst geht Don Tjernagel die Angelegenheit jedoch auch weiterhin mit einem gewissen Sinn für schrägen Humor und viel bewusstem Witz an... mal plump, mal recht hintersinnig (die Segmente rund um die "PolterGuys" kommen weiterhin daher wie die reinste Found-Footage-Parodie). Bleibt abschließend nur die Frage: War es wirklich nötig, den in "Sin", "Tom" und nun "Red" präsentierten Inhalt auf drei Teile auszudehnen, oder hätte da ein einziger Film nicht auch gelangt...? Ich denke schon... und bin eigentlich auch ganz froh, dass ich diesen Abschluss (?) mit ein wenig Abstand zu den beiden vorhergenden Teilen gesehen habe, denn wenn man sich "Sin", "Tom" und "Red" hintereinanderweg am Stück reinzieht, dann beutelt einen das bestimmt alleine schon aufgrund der Machart ziemlich. Mein Gesamt-Fazit darum: Ganz schön unique, ganz schön anstrengend.
5/10