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Vielleicht denken Drehbuchautoren bereits während der Entstehung ihrer Geschichten an bestimmte Gesichter aus Hollywood. So lässt sich zumindest erklären, wie mancher Actionikone die Rolle sprichwörtlich auf den Leib zugeschnitten wurde. Im Fall von Josh Hartnett hat man bei vorliegendem Actioner zumindest einen Volltreffer gelandet.

Ex-FBI-Agent Lucas (Hartnett) wird von seiner ehemaligen Chefin (Katee Sackhoff) beauftragt, einen Flug von Thailand nach San Francisco zu besteigen, um einen Hacker namens Ghost einzufangen und auszuliefern. Dumm nur, dass bereits ein Großteil der Passagiere auf das anberaumte Kopfgeld aus ist und fortan Jagd auf beide macht…

Wenn nicht gerade ein Katastrophenszenario angesagt ist oder sich Schlangen an Bord befinden, gestalten sich Langstreckenflüge doch eher etwas eintönig. Davon kann hier hingegen keine Rede sein, wie die Exposition mit einer Gewaltorgie sogleich zusammenfasst. Die Geschichte ist simpel gestrickt und obgleich es minimale Twists gibt, heißt es nur: Zwei gegen den Rest an Bord, wobei es immerhin einige neutrale Figuren und ein paar wenige Verbündete gibt.

Ebenfalls simpel sind die Figurenzeichnungen ausgefallen, denn Lucas bedient die Rolle des unermüdlichen Kämpfers mit massivem Alkoholproblem, während Ghost im Verlauf Gründe für diverse Hackerangriffe offenbart, welche mit persönlichen Hintergründen zusammenhängen. Nicht ganz so interessant gestalten sich die Angelegenheiten im Hauptquartier der leitenden Agenten, denn die eigentliche Action spielt sich definitiv an Board ab.

Jene wird zunächst häppchenweise präsentiert, um sich im Verlauf deutlich zu steigern, auch was Gewalteinlagen und die damit einhergehenden Splattereffekte betrifft. Bezeichnenderweise bildet der Einsatz einer Kettensäge (wer nimmt so ein Gerät mit auf einen Flug?) den blutigen Höhepunkt, bei dem leider auch mal CGI etwas deutlich zutage treten. Ansonsten werden fleißig Gliedmaßen gebrochen, Schädel durchlöchert und jede Menge Schläge ausgeteilt, die auf engem Raum stets sauber choreographiert und ebenso übersichtlich eingefangen sind.

Hartnett geht mit sichtlicher Spielfreude in seiner Rolle auf und eignet sich hervorragend als Held mit kleinen Schwachstellen, während eine Charithra Chandran als toughe Flugbegleiterin nicht nur die Optik merklich aufpoliert. Einige Nebenrollen überzeugen indes eher weniger und auch der Score vermag im Verlauf keine markanten Eckpunkte zu setzen, wogegen die Einrichtung des Flugzeugs durch die Bank überzeugt, zumal die Luxusklasse über einige Gimmicks verfügt, die geradezu einladend für eine Zweckentfremdung sind.

Die in Ungarn gedrehte erste Spielfilmregie von James Madigan erweist sich als kurzweiliges Vergnügen in Form von harter Action, angenehmen und augenzwinkernden Auflockerungen, eingebunden in ein flottes Tempo ohne sonderliche Durchhänger. Damit kann der Genrefan fast schon ein Ticket erster Klasse buchen.
7,5 von 10


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