Der in Ungnade gefallene Ex-Secret Service-Agent Lucas Reyes, der seit Jahren sein versoffenes Dasein in Bangkok fristet, wird von seiner ehemaligen Chefin Katherine Brunt kontaktiert und auf den weltweit gesuchten Hacker "Ghost" angesetzt, dessen wahre Identität unbekannt ist, aber von dem man weiß, dass er sich mit einer Schusswunde an Bord eines Fluges nach San Francisco befindet. Zusätzliche Motivation erhält er dadurch, dass ihm eine vollständige Rehabilitation winkt, falls er es schaffen sollte, die besagte Zielperson lebend in Amerika abzuliefern. Kurz nachdem das Flugzeug gestartet ist, muss Reyes dummerweise feststellen, dass im Darknet ein Kopfgeld in Millionenhöhe auf "Ghost" ausgesetzt wurde und die Maschine vollgepackt ist mit Auftrags-Killern und Attentätern, die die Kohle allesamt nur zu gerne kassieren würden... und da es so aussieht, als wäre Reyes gleich mit auf die Abschussliste gesetzt worden, dauert es natürlich nicht lange, bis dieser über den Wolken einen wahren Berg von Leichen anhäuft... Nicht gänzlich ernst zu nehmen kommt "Fight or Flight" statt als "seriöser" Thriller aus der Agenten- und Einzelkämpfer-Sparte eher als überkandidelte Action-Comedy daher, die ihr Publikum mit zunehmend heftigeren Brutalitäten bei Laune halten will und damit im Laufe der Handlung den Bogen weit, weit bis zur reinsten Groteske hin überspannt. Story-mäßig erinnert der Streifen mit seinem Profikiller-Rambazamba an den inhaltlich ähnlich gelagerten 2022er-"Bullet Train", der als Hollywood-Produktion und Star-Vehikel für Brad Pitt aber einerseits mit deutlich höherem Budget ausgestattet gewesen ist und zum anderen auch dank David Leitch auf dem Regie-Stuhl mit der versierteren Inszenierung aufwarten konnte... kein Wunder, denn Langfilm-Debütant James Madigan ist sonst nämlich vorwiegend im VF/X-Bereich tätig, was dann allerdings die Frage aufwirft, warum einige computergenerierte Effekte zum Ende hin da so dermaßen schwach auf der Brust sind. Die Fights auf engstem Raum genügen dabei zwar weitestgehend den Ansprüchen, die man in Post-"John Wick"-Zeiten an ein derartiges Actionfilmchen stellt, und Hauptdarsteller Josh Hartnett ist mal wieder besser als das Material eigentlich verdient, spielt einem sämtliche ernsthaften wie humorigen Facetten seiner Rolle auf den Punkt und schlägt sich somit in jeder denkbaren Beziehung (und im wahrsten Wortsinn) gut, aber leider hält einen die Chose nicht wirklich über die gesamte Laufzeit ebenso bei der Stange wie die noch einigermaßen "ernsthafte" erste Filmhälfte, sondern ermüdet einen mit ihrem Minimal-Plot doch erheblich. Zu allem Überfluss degeneriert "Fight or Flight" ab spätestens der Halbzeitmarke dann auch noch peu à peu zum übertrieben blutigen Trash mit Non-Stop-Body-Count und ausgiebigem Ketten-Sägen-Einsatz im Finale. Tja, echt schade, irgendwie, denn das Ganze hätte nämlich auch wirklich gut werden können und nicht nur gerade mal so splatterig-spaßig genug, um dazu 'nen Six-Pack leerzumachen...
6/10