Kitano Takeshi hat im Grunde alles durch. Erfolgreicher Comedian und Showmaster, charismatischer Schauspieler, Autor und Regisseur von anerkannten Filmen quer durch alle Genres, vom brutalen Yakuzathriller über mehrfach ausgezeichnete Arthousedramen bis hin zu Meta-Komödien. Der Mann hat nichts und niemandem mehr etwas zu beweisen. Seine letzten Werke wurden in Deutschland eher unter dem Radar veröffentlicht, sein neuester Film wurde von amazon produziert, erscheint dort direkt im Stream und dauert nur 66 Minuten. Warum auch nicht.
In den ersten 28 Minuten erzählt der Film die gängige Geschichte eines Auftragskillers (Kitano), der undercover eine Yakuzagang ausspionieren soll. Standard für Kitano. Doch dann beginnt der Film von vorne – mit der Titeleinblendung „Spin Off“. Der zweite Teil ist nun eine Variante der soeben gesehenen Geschichte. Als Slapstick-Komödie. Mit einem Killer, der nicht mal durch eine Tür gehen kann, ohne sich den Kopf zu stoßen. Das klingt albern, ergibt in Verbindung mit Kitanos lakonischer Buster Keaton-Komik und ein paar hübschen Sight Gags à la NAKED GUN aber eine amüsante Genreparodie, komplett mit dem wahrscheinlich unspektakulärsten Autounfall der Filmgeschichte. Auch an einen selbstreferenziellen „Runtime Filler“ wurde gedacht.
Man merkt: Kitano Takeshi hat zwar schon alles durch, aber noch immer Spaß am Filmemachen.