Was ein wenig nach erschossenem Rapper klingt, entpuppt sich als willkommene Abwechslung gegenüber den zahlreichen schwülstigen Softpornobeiträgen der Philippinen in jüngerer Zeit. Mit seinem Actioner erfindet Regisseur Richard Somes zwar nicht das Genrerad neu, in Sachen Bewegung dreht er jedoch stetig an ihm.
Soldat Miguel ist nach einer Mission deutlich von einem Trauma gekennzeichnet und arbeitet als Wachmann in einem großen Lagerareal. Als hier eines Nachts eine junge Frau auf der Flucht aufkreuzt, da sie zwischen die Fronten zweier Drogengangs geriet, muss Miguel zwangsläufig handeln…
Die Menschen hier brüllen relativ viel und laut. Wenn sie schießen, sich kloppen und verständlicherweise auch im Schmerz. Die militärische Operation zum Einstieg, welche nach fünf Minuten bereits erste Schusswechsel ins Spiel bringt, offenbart leider überdeutliches CGI-Blut, was sich im Verlauf in den halbdunklen Lagerräumen, gegen Ende im Dauerregen glücklicherweise relativiert.
Zunächst ist die Handlung in zwei parallel ablaufende Stränge unterteilt, die nach rund 40 Minuten zusammengeführt werden und gleichzeitig den Startschuss für regelmäßige Konfrontationen liefern. Die Figurenzeichnungen bleiben zwar schwach und bei den Gangstern kämpfen irgendwann alle gegeneinander, doch die Lokalität schafft genügend Raum, um sich einerseits für eine Weile in Deckung zu begeben, kleine Brände zu entfachen oder andererseits gelagerte Stoffe zu zweckentfremden.
Leider wurde die teils deftige Action um satte drei Minuten gekürzt, sonst hätte man vielleicht konkret erlebt, was mit einem Körper unter einer Kreissäge geschehen wäre, während Individuen ohne lebensbedrohliche Verletzung plötzlich aus dem Treiben verschwinden.
Dennoch bleibt ein gewisser Härtegrad, welcher allerdings gegen Finale immer weniger glaubhaft erscheint. Denn Leute stecken einen mehrfachen Aufprall mit dem Kopf auf Metall scheinbar ohne Blessuren weg und ernten mehr Schläge, als ein Profiboxer in zwölf Runden auch nur ansatzweise einstecken könnte. Dadurch ermüdet die Chose auf den letzten Metern merklich.
Auch die Dialoge hätten den einen oder anderen Feinschliff vertragen können, zumal die überaus negative Weltsicht sämtlicher Beteiligter nicht gerade Sympathien einheimst. Eher staunt man eben, wie viel die wegstecken können. Darstellerisch wird niemandem viel abverlangt und entsprecht wird unterm Strich allenfalls zweckdienlich performt. Auch vom Score bleibt nicht viel hängen.
Storytechnisch ist die Chose äußerst dünn gestrickt und somit liegt die Hauptkonzentration auf Action und Gewalt. Während die Fights hauptsächlich aus Faustarbeit bestehen und kaum Martial Arts zur Geltung kommt, ist die Location gut gewählt und nur selten geraten die Kämpfe ein wenig unübersichtlich, da der Schnitt nicht immer optimal arbeitet.
Actionfreunde erhalten somit routiniertes Futter, dem unterm Strich jedoch markante Eigenheiten fehlen, um länger in Erinnerung zu bleiben.
5,5 von 10