Eine echte Schlitterpartie
"Schlitter" erzählt von einem jungen Mann, der als kleiner Junge von seinem brutalen Vater u.a. mit einem schweren Schlitten voller Holz (!) im Rücken schikaniert und zu einem "echten" Mann "ausgebildet" wird. Ein Trauma, das seine Spuren hinterlassen hat. Nun als Erwachsener brennt sein Elternhaus samt Insassen ab - und der Ausflug mit seinen Freunden zur Beerdigung in die Heimat gerät aus den Fugen...
Holz vor der Hütte, Seele schwarz wie 'ne Klütte
Für den freitäglichen Genre-/Horrorfilmabend mit Bier und totaler Wochenmüdigkeit ist "Schlitter" genau das Richtige. Kurz, knackig, knarzig. Nicht gerade kreativ oder so hart, dass es einen wegbläst und komplett aufweckt. Aber doch Backwoodterror a la francaise und mal anders. Leerlauf gönnen sich die 70 Minuten nie, das "Folterinstrument Schlitten" ist definitiv etwas Neues, Stimmung und Atmosphäre sind sehr kalt und böse. Ein filmischer Hund, der eher creepy und stoisch schweigt als bellt. Nur ob er zubeißt, muss jeder für sich selber entscheiden. Bei mir war's eher nur eine leichte Hautabschürfung. Bei anderen stößt er vielleicht bis zum Knochen durch. Wer weiß.
Fazit: sehr knackiger, sehr waldig-holziger Traumaterrorhappen aus Frankreich. Kompakt, berechenbar, gemein. Hätte noch besser können sein. Aber auch nie schlecht. In die Gefilde und zu den Höhen der Elite der "New French Extremity" schließt er leider nicht auf.