Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch der Trend, dass sich eigentlich ansehnliche junge Frauen mit Schlauchbootlippen verunstalten, um nach einem missglückten Yachtausflug zumindest noch mit dem Mund an der Wasseroberfläche zu treiben, ist irgendwie befremdlich. Aber mittlerweile können auch No-Name-Models als Produzentin fungieren und sich selbst die Hauptrolle zuschustern.
Journalistin Sophia recherchiert an einer Reihe von Morden an Politikern und Hollywoodstars, die offenbar kurz vor ihrem Ableben Damenbesuch erhielten. Ein Kollege hält gar Sophia selbst für tatverdächtig, bis jene einer großen Verschwörung auf die Spur kommt…
Hauptdarstellerin Dajana Gudic fungiert hier in einer Doppelrolle: Einerseits als verführende Killerin und andererseits als Journalistin und Mutter, also eine eher bodenständige Figur. Bezeichnenderweise funktioniert die Figur der Domina und Femme Fatale einigermaßen, doch das Performen des Alltäglichen missglückt ihr komplett, da es in allen Belangen an Natürlichkeit fehlt. Die unfassbar miese Synchro, doch noch schlimmer als nur abgelesen klingt, gibt der Chose beinahe schon den Rest.
Aber auch das Drumherum mit der Bruderschaft erfüllt jedes lächerliche Klischee. Angefangen vom Zirkel mit Kutten und Ziegenopfer über dekadente Partys bis zur üblichen Erpressung von Spitzenpolitikern, die im Hotelzimmer natürlich nicht die fette Kamera an der Decke wahrnehmen und sich völlig naiv beim oetkern ablichten lassen. Da dürfen Verschwörungskonstrukte mit Parallelen zu den Illuminaten natürlich nicht fehlen.
Während die journalistischen Recherchen gegen Null tendieren, schaltet und waltet die kriminelle Untergrundorganisation nach Belieben und man vertrödelt lieber etwas Zeit mit Nebenhandlungssträngen wie Szenen bei einer Yogastunde, anstatt auch nur ansatzweise für spannende Situationen zu sorgen. Dabei pendelt die musikalische Untermalung zwischen tauglich und peinlich, gleiches gilt für nahezu sämtliche Mimen, die entweder gar nichts geregelt bekommen oder Grimassen ziehen als wollten sie Kleinkinder erschrecken.
Etwaige Gewalteinlagen sind bei alledem an einer Hand abzuzählen, aber auch spärlich bekleidete Individuen sind kaum der Rede wert. Action sollte man überdies zu keiner Zeit erwarten und bei alledem unterstreicht der Showdown in vielen Aspekten die Einfallslosigkeit und den mangelnden Esprit des Unterfangens. Eine insgesamt ziemlich verpeilte Angelegenheit, die nicht unfreiwillig komisch genug ist, um als Trash durchzugehen.
3 von 10