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Um den Succubus in die Moderne zu verfrachten, muss er fast zwangsläufig auf digitaler Ebene agieren. Das Ergebnis ist ein Kammerspiel mit viel Bildschirm und wenig Horror.

Chris ist frisch gebackener Vater, doch er lebt gerade in Trennung auf Probe von seiner Frau Sharon. Als er von einem Kumpel auf eine Dating-Plattform aufmerksam gemacht wird, packt ihn die Neugier. Insbesondere der geheimnisvollen Adra ist Chris sogleich verfallen…

Im ersten Drittel fokussiert sich die Optik nahezu komplett auf Bildschirme: Laptop, Smartphone, sogar Babyphon in HD. Man verharrt in der austauschbaren Wohnung von Chris und wundert sich allenfalls über Ron Perlman in der Eingangsszene, in welcher er weitgehend hoffnungslos ein paar Abschiedsworte in die Kamera richtet. Eine Art Wissenschaftler auf Abwegen.

Immerhin erscheint Adra, der lüsterne Dämon durchaus verführerisch, indem sie nur wenig von sich preisgibt, lediglich flüstert und kaum ihr Gesicht offenbart. Das unterscheidet sie auf den ersten Blick von vielen Personen, die gleich mit der Tür ins Haus fallen und neben freizügigen Posts gleich ihren halben Lebenslauf beifügen. Chris reagiert beim ersten Kontakt hingegen ziemlich dämlich, indem er Adra als Kummerkasten für seine eigenen Beziehungsprobleme nutzt, - vielleicht nicht die besten Voraussetzungen, um eine knisternde Liaison einzugehen.

Selbige baut sich ziemlich langsam auf, wobei der Horror eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten und noch nicht einmal böse Vorzeichen aufkommen lässt. Die Wohnung wird zu keiner Zeit verlassen und nur ein peinlicher Vorfall per Babyphon lässt kurz aufhorchen.
Die erahnbare Handlung ist schließlich in eine spartanische Ausstattung eingebettet und obgleich der Succubus irgendwann seine wahre Gestalt offenbart, hält sich das Grauen arg in Grenzen.

Selbst als Perlmans Figur im letzten Drittel etwas aktiver mitmischt und ein Wettlauf gegen die Zeit angezettelt wird, will kaum Spannung aufkommen. Die Schauwerte tendieren gegen Null und obwohl die wenigen Spezialeffekte hinsichtlich des geringen Budgets nicht gänzlich  daneben sind, ist einem das Schicksal des Durchschnittsprotagonisten im Verlauf ziemlich gleich.
Zwei, drei minimale Twists im finalen Akt waren ebenfalls zu erwarten, wodurch die Geschichte komplett überraschungsfrei vonstatten geht.

Darstellerisch wird immerhin brauchbar performt und die Präsenz von Perlman rettet noch ein wenig, doch das Einerlei in der ersten Hälfte, gepaart mit zu wenig Suspense und Horror in der zweiten lassen den vermeintlichen Erotik-Horror-Thriller am Ende ziemlich blutleer dastehen.
2,5 von 10








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