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Marshall, genannt „Milk“ und sein Kumpel Steven, Spitzname „Seven“, betreiben den YouTube-Kanal „Prank Bros“. Ihre Videoscherze überschreiten gerne die Granzen des guten und manchmal auch die des schlechten Geschmacks. Ziel ihres Spiels ist es, sich gegenseitig zu übertreffen. So plant Seven, auf der Geburtstagsparty Milks die gemeinsame Freundin Naomie erschießen zu lassen. Genau, diese Art „Prank“. Klar, dass dieses gegenseitige Hochschaukeln irgendwann eskaliert und tödlich enden wird. 

Das ist kein Spoiler – es wird zu Beginn einzelner Reels mit dem Timecode zusammen eingeblendet: „The night he died“. Nur wen es erwischt, bleibt spannend. Und der Film hat noch weitere Überraschungen parat. Wir erleben alle diese zum Teil parallel laufenden und sich überlappenden „Pranks“ in Form von Found Footage-Material mit, zusammengeschnitten auf knackige, spannende und kurzweilige 62 Minuten. 

MILK & SERIAL ist ganz offensichtlich mit geringsten Mitteln entstanden, das Internet weist ein Budget von sage und schreibe 800 Dollar aus – der beste Beweis dafür, dass man mit einem Gespür für die Inszenierung (Curry Baker), einem guten Skript (Curry Baker) und eingermaßen talentierten Schauspielern (Hauptrolle: Curry Baker) weit kommen kann. 

Sicherlich ist der Film nicht perfekt und erfindet auch das Found Footage-Rad nicht neu, aber als „calling card“ hat MILK & SERIAL schon funktioniert: Bakers Langfilmdebut POSSESSION hat 2025 bereits den Jurypreis in Sitges kassiert.

Die Filme von Curry Baker inklusive MILK & SERIAL gibt es kostenlos auf seinem YouTube-Kanal.

6.5/10

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