Tamaras Sohn Timka wird verschleppt. In Folterexperten Brajuk findet die verstörte Frau Hilfe bei der Suche.
Steppenwolf ist ein Bastard von Film. Hier findet man nur Dreck, Steine, Erder, Wind, Hass, Tristesse, Hoffnungslosigkeit, Gewalt, Folter, Mord. Szene um Szene zeigt ein Land am Boden, Menschlichkeit ist verloren. Selbst der Protagonist ist schlicht ein Wichser, ein Mörder, ein Folterer, der ohne mit der Wimper zu zucken andere Menschen als Schutzschild nutzt.
In dieser Welt wirkt die völlig verstörte Tamara wie ein Fremdkörper. Sie sieht die Gräuel, scheint sie aber nicht wirklich wahrzunehmen, sie erscheint fast völlig teilnahms- und hilflos, und erzeugt mit ihrem feinen Spiel heftig Mitgefühl. Insgesamt ist dem Cast sauberes, glaubwürdiges Schauspiel zu attestieren. Die sind allesamt solide.
Aber das Ding ist sperrig, zäh, langsam, verwehrt jeglichen Zugang, auch das Mitgefühl für Tamara ist da nicht hilfreich, wenn alles andere einfach nur abstoßend ist.
Ich musste nach etwa 40 Minuten abbrechen, ging einfach nicht. Aber mit der einwandfreien handwerklichen Arbeit und dem Schauspiel punktet Steppenwolf dennoch.