Nun erschließt sich der Grund, warum die Finnen das angeblich glücklichste Volk der Welt sind, obgleich dort kaum die Sonne scheint: Man muss es zwischendurch nur ein wenig splattern lassen.
Als Juha aus dem Knast entlassen wird, erhält er sogleich die Chance, als Aufpasser in einem dubiosen Nachtclub zu arbeiten. Er beobachtet vier verdächtige Gäste, die kurz darauf ein Blutbad unter den Anwesenden veranstalten und muss sich mit den wenigen Überlebenden zusammentun, um die Nacht zu überleben…
Der finnische Actioner macht definitiv keine Gefangenen und legt mit dem Zuschlagen der Eindringlinge direkt den Schalter in Richtung Blutbad um. Die fast ausschließlich handgemachten Effekte setzen auf zerschossene und zertrümmerte Schädel, unzählige Hieb – und Stichwunden in alle Körperregionen, eingedrückte Augen, tiefe Fleischwunden und einiges mehr. Phasenweise ist das ein regelrechtes Gemetzel, welches entfernt an 80er Pendants wie „Story of Ricky“ erinnert, - gemischt mit der Atmosphäre Richtung „From Dusk till Dawn“.
Die Story benötigt indes eine Weile, um die Hintergründe der Betreiber aufzuklären und den doppeldeutigen Titel hinsichtlich Gefängnis und Söhne zu durchleuchten, während im Verlauf der Background eines Eremiten erklärt wird. Die Geschichte spielt bei alledem eine eher untergeordnete Rolle, um das unbarmherzige Treiben ohne erwähnenswerte Pause bis zum Schluss voranzutreiben.
In diesem Kontext gibt es nicht nur kurze blutige Angriffe, sondern auch einige sauber choreographierte Fights mit etwas Martial Arts. Leider ist die Hauptfigur kaum mit speziellen Skills ausgestattet, die anfangs erwähnte Fähigkeit kommt lediglich einmal zum Einsatz.
Gegen Ende wird ein Teil der Handlung vor die Tür verlagert, denn bekanntermaßen macht sich Blut im Schnee recht gut als Farbkontrast, wogegen der Rest im Club eher angemessen düster, aber nie zu dunkel gehalten wird.
Die treffend besetzten Mimen performen ganz passabel, der abwechslungsreiche Score mit einigen Songs fügt sich gut in die Stimmung und obgleich im Verlauf etwas zuviel auf Zeitlupe gesetzt wird und manche Momente ein wenig konstruiert daherkommen, ist an der Optik wenig auszusetzen. Am Ende bereiten die rund 100 Minuten Freunden härterer Action durchaus Freude, obgleich die Geschichte nicht so sehr in die Tiefe geht wie anfangs vermutet.
7 von 10