Review

You Got… Dead Mail!

„Dead Mail“ wirkt wie eine räudige Mischung aus „Misery“, „Saw“ und „The Editor“, wenn dieser slowburnig-weirde Horrorthriller in all seiner klebrigen 80s-Glory einen Techniker für Synthesizer (!) in den Keller eines in ihn verknallten Psychopathen sperrt und einen blutverschmierten „Hilfe!“-Brief verschicken lässt… 

Synthesizersanitizer

Nicht gruselig, nicht brutal, nicht abartig, nicht lustig. Was ist „Dead Mail“ eigentlich?! Nichts so richtig. Aber genug, um mich teils staunen und rätseln zu lassen. Der körnige Look ist stark, die Beweggründe lassen mehrfach grübeln, die 80er werden hier mal etwas anders verpackt, alles ist sehr ungefiltert und bizarr. Eine ganz komische, traumwandlerische und soghafte Aura umschattet „Dead Mail“. Unangenehm und faszinierend. Sicher auch durch meinen Hang zu Synthiemusik, die hier sowohl auf der Tonspur als auch erzählerisch kreativ und krachend aufgenommen wird. Am Ende gibt’s vielleicht noch mehr Fragezeichen als vorher. Und als knackiger 75-Minüter wäre das sicher noch besser gekommen. Aber auch so sorgt „Dead Mail“ positiv für Aufruhr. Ein Weirdo. Freaky. Cheeky. Eher Stilübung. Aber nicht von schlechten Eltern. 

Fazit: die Textur, das Bild, die Atmo - alles speziell, interessant und top. Die Geschichte? Naja, eher suboptimal. Auch spannungstechnisch arg ausbaufähig. Insgesamt daher „nur“ okay. Ein Unikum. Werde ich mich aber dran erinnern! 

Details
Ähnliche Filme