Review

iHaveCNit: Eden (2025) – Ron Howard – Leonine

Deutscher Kinostart: 03.04.2025

gesehen am 16.04.2025

Cineplex Wiesbaden – Apollo Kinocenter – Atelier – Reihe 4, Platz 6 – 19:45 Uhr

Anfang der 30er-Jahre. Heinz und Margret Wittmer reisen mit ihrem an Tuberkolose erkrankten Sohn Harry inspiriert von den Berichten von Friedrich Ritter und Dore Strauch auf die von den beiden besiedelte Galapagos-Insel Floreana. Ihre Ankunft wird von Ritter und Strauch mit gewissem Argwohn betrachtet. Dieser Argwohn wird noch größer als die Baroness Eloise Wehrborn Wagner De Bosquet mit ihren Liebhabern und den Ambitionen eine Hacienda auf der Insel zu errichten, auf der Insel ankommt. Inmitten des Wunschs nach Ruhe, dem Mangel an Ressourcen und entsprechenden Ambitionen und Machtansprüchen dauert es nicht lange, bis die Lage durch zwischenmenschliche Spannungen und Manipulationen zu eskalieren droht.

Ron Howard widmet seinen neuen Film einer sehr interessanten, historischen Begebenheit, die sich so ähnlich damals während der ersten Besiedlung auf der Galapagos-Insel Floreana – beziehungsweise „Santa Maria“ oder „Charles“ - zugetragen hat. Aus dieser historischen Begebenheit erschafft Howard durchaus einen farblich eher tristeren, düsteren Film, dessen Atmosphäre durchaus als düster, fies und lebensfeindlich beschrieben werden kann. Er ist eine interessante Mischung aus Survivalthriller und Historiendrama, hat aber etwas ganz besonders spezielles zu bieten – neben einer unheilvollen, unterschwellig aufbauenden Spannung sorgt vor allem das großartige Ensemble mit Jude Law, Vanessa Kirby, Daniel Brühl, Sydney Sweeney und Ana De Armas sowie Felix Kammerer, Toby Wallace, Jonathan Tittel, Richard Roxburgh und Ignacio Gasparini in weiteren Rollen, weil die zwischenmenschliche Komponente den Film so unfassbar spannend und lebendig werden lässt. Wie sich hier die Dynamiken durch Manipulationen und wechselnde Machtverhältnisse verändern ist einer der ganz großen Pluspunkte des Films – neben natürlich einer unfassbaren Darstellung von Ana De Armas, die so herrlich vielseitig manipulativ sein darf und gekonnt mit ihren Reizen spielt – während das zum Glück bei einer Sydney Sweeney mal nicht der Fall ist, die hier nicht auf ihre natürlich vorhandenen Reize reduziert wird und in der Normalität ihrer Rolle zur Höchstform auflaufen darf. Beide sind große darstellerische Highlights des Films, so dass sie nicht nur Szenen, sondern die gesamte Show stehlen dürfen.

„Eden“ - My First Look – 9/10 Punkte




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