Review

Weltweites Staubsaugerversagen

Eine weitere, alleinerziehende Mutter mit ihrer Kindern zwischen Einöde, Einsamkeit, Trauma und Aussenwelthorror… „Hold Your Breath“ verbindet einige Urängste sowie neuere Naturängste mit etlichen Horrorsubgenres zu einem eher familiär-dramatischen Bild, bei dem vor allem hübsche Bilder und eine wieder mal tolle Sarah Paulson restlos überzeugen - der Rest und vor allem die Geschichte selbst, der erhoffte Grusel, der Gurgelgriff arg auf der Strecke bleiben. Handlung: im stürmisch-sandigen Oklahoma der 30er kämpft eine Mutter mit ihren Kindern zwischen Frauengesellschaft, Paranoia und Traumabewältigung gegen psychologische wie ganz fleischliche Eindringlinge…

Kein neuer „Dust Devil“

Während manche Helikoptermamas sich momentan wortwörtlich an ihre Kinder im Kino binden, „Der Babadook“ der Überforderung einer Mutter eine Fratze verliehen hat oder eine Nicole Kidman mit ihrer Familie schon vor Jahrzehnten zwischen Nebel, Dunkelheit und den Welten taumelte, gibt’s mit „Hold Your Breath“ nun Zuwachs zu diesem „Mama-ist-die-Mutigste-Horrorsubgenre“. Mit faszinierenden Kontrasten, Bildern und Sandstürmen wird eine endzeitliche und verlorene Atmosphäre aufgebaut, die auch 2130 spielen könnte, nicht nur 1930. Und nicht nur in Amerika. Man spürt den Staub quasi fast. Dazu gewinnt Frau Paulson meint Herz langsam zurück, nachdem sie zusammen mit jeder weiteren „American Horror Story“ schlechter und aufgesetzter wurde. Sie spielt hier richtig überragend! Dazu ist die Soundkulisse eindringlich, intensiv und detailliert. Und die Kinderdarsteller gehören zu den weniger nervigen. Dazu könnte man meinen, bei nur knapp 90 Minuten Laufzeit kann nicht allzu viel Langeweile aufkommen. Und dennoch plätschert und sandet das alles ziemlich vor sich her. Es wird viel gebangt, gedroht, gequatscht. Aber passieren tut recht wenig. Viele Rückblenden und Alpträume wiederholen sich. Bedeutungsschwer bis -schwanger oder gar prustend und predigend kommt das Ganze daher. Und die Auflösung ist einem ziemlich egal. Sodass das insgesamt weder als Horror noch als Drama, Warnung oder Metapher funktioniert. Es ist weder handfest noch clever. Nicht intensiv genug und nicht böse genug. Mit zu wenigen Höhepunkten. Monoton. Auch wenn das wie ein Punkt oder Kern der Sache scheint. 

Fazit: zwar gut gespielte und teils wunderbar bebilderte, insgesamt aber doch recht öde Mixtur aus Endzeitwestern, Home Invasion, Familienhorror und Staubteufelmythos. Nicht gut genug. Aber die Bildsprache ist edel. 

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