Wenn die Gen Z einen auf 80s-Creature Feature machen will…
„Ick“ beginnt katastrophal sprunghaft und artifiziell, verliert diese Leere und (wenn man's netter ausdrücken will) Leichtigkeit nie ganz, wenn ein einstiger Highschoolquarterbackschönling sein Leben verkackt hat und nun als Erwachsener Loser die Chance bekommt seine Kleinstadt vor einer wachsenden, lange Zeit geduldeten, geschwürartigen Substanz zu retten…
Zwischen „American Pie“ und „Der Blob“, „Not Another Teen Movie“ und „Night of the Creeps“, „The Faculty“ und „Slither“ kommt „Ick“ daher, der leider wesentlich unkörperlicher und künstlicher daherkommt als ich mir gewünscht hätte. Ein Jucken sollte sich partout nicht einstellen. Allzu viele Lacher ebenso wenig. Und Angst, Ekel, Schock noch viel weniger bei all dem Gestrüpp aus dem Computer. Versagt „Ick“ also mit seinen klischeehaften Figuren und Tentakeln aus dem Pixelofen an allen Ecken? Nicht ganz. Denn ein paar Asse hat er immerhin im Ärmel. Brandon Routh und Mena Suvari allem voran. Ein dann durchaus gut in die Höhe schiessender Bodycount wenn das Aliengewächs dann endlich mal aktiv wird. Und wirklich viele, viele Megahits der 00er, die nahezu im Alleingang das Budget aufgefressen haben sollten und fast schon zu exzessiv geneedledroppt werden. Trotzdem bleibt es insgesamt ein schleimig-sprödes Fast Food-„Fest“ für Kreaturenhorrorfans einer neuen Generation, denen ich dennoch jederzeit die Klassiker oder Geheimtipps dieses Sujets eher empfehlen würde, die hier glasklar zitiert und nicht allzu clever auf die Hörner genommen werden sollen - z.B. „Der Nebel“, z.B. „Splinter“, z.B. „Ruinen“, z.B. „Die Körperfresser kommen“.
Fazit: „Ick“ hat seine Momente sowohl als Satire von schleimiger Monsteraction vergangener Tage, von Highschool-Komödien der 00er als auch insgesamt der Welt nach Covid. Und trotzdem bleibt er hektisch wie ein Musikvideo, hässlich wie die CGI-Nacht und leer wie ein augenzwinkernde Werbeclip. Egal wie sympathisch Routh ist. Egal wie nett alles gemeint ist.