… I'm a Bitch… I'm a Lover… I'm a… Weremother?!
Eine etwas verzweifelte und quasi alleinerziehende Mutter stellt seltsame Entwicklungen an Körper und Seele fest, von besonderer Behaarung über ausgeprägteren Geruchssinn bis zu nächtlichen Blackouts. Nur mütterliche Erschöpfung? Oder eine waschechte Verwandlung aus Not und Kummer und Mamasein geboren?
Sehr persönlicher Zugang
„Nightbitch“ ist zwar recht mainstreamig - und dennoch ein Schrei. Keine Warnung, keine Beleidigung, kein Niedermachen von Kinderkriegen, Ehe und Muttersein. Ganz im Gegenteil, wie die letzten Einstellungen bleibend untermauern. Und trotzdem ist „Nightbitch“ ein Schrei. Voller Wut und Instinkt, voller ehrlicher und teils radikaler Aussagen, voller Verzweiflung, Schmerzen und Anstrengung. Denn jeder, der Kinder hat, kennt das. Auch jeder Papa. Und trotzdem hat man gerade als Papa noch mehr Respekt vor Müttern und Frauen. Und „Nightbitch“ unterstreicht das nachdrucksvoll. Ob das als 90-minütiger Film reicht? Das muss jeder selbst für sich entscheiden. Erst recht wenn alle seine milden Horroraspekte komplett baden gehen. Meine Frau und ich haben in jedem Fall extrem viel wiedererkannt. Viel gelacht. Viel gestaunt über die Ehrlichkeit. Viel zustimmend genickt. Und am Ende unseren Kleinen doch noch herzlicher gedrückt als vorher. Und uns gegenseitig auch…
Fazit: eine absolut mutige und klartextige Powerhouseperformance von Amy Adams und Themen, Gefühle, domestizierter, höchst persönlicher „Horror“, der jedem Elter sehr bekannt vorkommt… Nur der eigentliche „Horrorfilm“ darin funktioniert bzw. existiert (trotz etwas Bodyhorror) kaum oder wirkt gar unfreiwillig komisch. Trotzdem besonders für Mamas denke ich ein Fest des Mitgefühls und der augenzwinkernden (tierisch-mütterlichen) Instinkte.