Brick by Brick, Hit by Hit
Einer der größten und einflussreichsten Musiker und Musikproduzenten dieses Jahrhunderts bisher, Pharrell Williams ist eine absolute Ikone. Ein verdammt cooler Typ. Aber muss es schon eine Biografie über ihn sein? Von sich selbst mitproduziert? Ohne wirklich neue, augenöffnende Erkenntnisse oder gar Kritisches? Eigentlich nicht. Aber wenn er sein Leben, sein Schaffen und seine Sichtweise komplett mit Legosteinen und Legofiguren erzählt, verzerrt, erweitert, dann sieht die Sache vielleicht etwas anders aus...
Noten, Farben, Probleme
Coole Rhythmen, die dopesten Beats, eigene Blickwinkel, Innovationen, Spielsinn. "Piece by Piece" hat eine ansteckende Energie. Einen geilen Soundtrack. Einen knalligen Look. Ist eine audiovisuelle Explosion auf der Leinwand. Da geht Pharrell an sich, als Mensch schon mal unter. Oder zumindest muss man genauer hingucken, hinhören, sein Herz sprechen lassen. Gelingt das aber, wenn Fantasie, Legosteine und Musik verschwimmen, dann kann "Piece by Piece" mehr sein als ein normales Biopic. Deutlich mehr. Es geht um Leidenschaft und Angst, um Kultur und Seele, um das Hören und Spüren. Und vielleicht ist es sogar nur im Sinne von Pharrell, dass seine "wahre" Geschichte, sein Ego, hier unter einigen Schichten (Lack, Lego, Metaphern) verborgen liegt... Und vor allem ist Lego hier weit mehr als nur ein Gimmick. Genauso wie es der Affe in "Better Man" für Robbie Williams war.
Fazit: Kreativ, künstlerisch, kompakt, kindertauglich. Auch wenn ich dabei bleibe, dass es noch viel zu früh für eine "Pharrell-Biografie" ist - aber wenn sie so süß, bunt und fun gemacht ist, spielt das keine große Rolle!