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Man könnte an dieser Stelle eine Reihe bekannter Namen in die Runde werfen, doch annähernd jedem dürfte der Begriff des Whistleblowers wohl schon einmal untergekommen sein, - jener Person, die Geheimwissen einer oftmals korrupten Instanz an die Öffentlichkeit bringt.
Doch Regisseur David Mackenzie geht mit seinem Thriller noch einen Schritt weiter.

New York: Ash (Riz Ahmed) ist Vermittler im Verborgenen. Er organisiert Deals zwischen jenen, die auspacken wollen und dann doch kalte Füße bekommen und dem Unternehmen.
Als Sarah (Lily James) über Umwege Kontakt zu Ash aufnimmt, da sie Beweise hat, dass ihr ehemaliger Biotech-Konzern etwas vertuschen will, nimmt dieser rasch ihre Verfolger um Dawson (Sam Worthington) wahr. Unterhändler Ash muss sein übliches Vorgehen strategischer planen als sonst…

„Relay“, so der Originaltitel, ist eine findige Grundidee, um erst gar keine Spuren zu hinterlassen: Für stumme Menschen gedacht, können jene über einen Telekommunikationsdienst per Tastatur ihre Botschaften senden. Die Mitarbeiter sprechen dann lediglich aus, was der Teilnehmer am anderen Ende der Leitung hört, wodurch die Stimme folgerichtig anonym bleibt. Dies ist nur eine List von Ashs windigem Vorgehen beim Vermitteln.

Das pulsierende Treiben in der New Yorker Metropole passt zudem sehr gut ins Geschehen, vor allem im Kontext ständiger Überwachung und den Bemühungen, entsprechende Akten von A nach B zu schleusen. Obgleich Ash eigentlich als unsichtbares Element fungiert, schlüpft er diverse Male in Verkleidungen, um Abläufe aus der Distanz zu beobachten, während Sarah unter Dauerstress leidet und ihre vier Verfolger trotz digitaler Vollausstattung ebenfalls zu verschiedenen Tricks greifen müssen.

Eine Weile funktioniert das Treiben trotz ausbleibender Action recht gut. Der abwechslungsreiche Einfallsreichtum weicht im Mittelteil allerdings einigen Phasen zwischenmenschlicher Momente, die man etwas kürzer hätte fassen können. Zudem gerät das Unterfangen auf der Zielgeraden zunehmend konventioneller, wobei ein entsprechender Plot Twist nur bedingt überrascht. Auch das Zusammenspiel einiger Aspekte während des Showdowns gerät ein wenig zu konstruiert.

Dennoch lassen sich innerhalb der rund 100 Minuten einige spannende als auch clever in Szene gesetzte Momente mitnehmen, während sämtliche Mimen, allen voran der angenehm zurückhaltend und dennoch recht präsent performende Ahmed zu überzeugen wissen.
Zeitgemäßer und dennoch nicht zu verschnörkelter Stoff, der mit Kreativität, Tempo und einem soliden Handwerk zu überzeugen weiß.
7,5 von 10

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