Wenn die Obsession nach Schönheitsidealen in Body Horror mündet, liegen Parallelen zu „The Substance“ unweigerlich auf der Hand. Regisseur Max Minghella geht seine Satire allerdings weniger verbissen an und bleibt dabei ein Stück weit inkonsequent.
Schauspielerin Sam (Elisabeth Moss) befindet sich auf dem absteigenden Ast: Eine unangenehme Hautkrankheit lässt sich nur schwer kaschieren, Rollenangebote bleiben für die einstige Sitcom-Darstellerin aus. Die Schönheitsklinik unter der Leitung von Zoe (Kate Hudson) scheint die letzte Lösung zu sein, alle Probleme mit nur wenigen Behandlungen zu beseitigen. Doch der Erfolg hat seinen Preis, wie Sam bald schmerzhaft feststellen muss…
Trotz stets neuer, aufstrebender Gesichter greift Hollywood gerne auf etablierte Erscheinungen zurück, welche das Publikum mit einigen Erfolgen assoziiert. Für oben genanntes Beispiel entschied man sich bewusst für Demi Moore, eine Julia Roberts ist für eine eventuelle Fortsetzung von „Pretty Woman“ im Gespräch und die Reihe um „Halloween“ wäre ohne Jamie Lee Curtis beinahe undenkbar. Ein „in Würde gealtert“ möchte dennoch niemand von ihnen hören.
Insofern bleibt das Thema der scheinbar nie alternden Erscheinung aktuell, wobei die Wahl und vor allem die Entwicklung der Hauptfigur etwas zweifelhaft anmutet. Denn ein radikaler Wechsel der Kleidung im Zusammenhang mit vorteilhaftem Make-up wirkt eher halbherzig, - Sam bleibt nahezu unverändert und es scheint, ein gewisser Placebo-Effekt stabilisiere ihr Selbstbewusstsein.
Zudem gibt es im Fall einer verschwundenen Kollegin (Kaia Gerber) ebenfalls nur halbseidene Versuche einer Aufklärung, obgleich am Rande zwei Ermittler mitmischen. Sämtliche Konsequenzen sind demnach absehbar, die komplette zweite Hälfte verläuft in erahnbaren Bahnen und es sind lediglich kleine, übersteigerte Spitzen, welche die Chose hin und wieder aufwerten. Kleine Running Gags wie eine bestimmte Taxigesellschaft fallen ebenso darunter wie der Bezug zu Schalentieren, welcher im Finale noch deutlich tragender zum Vorschein kommt.
In Sachen Body Horror gibt es zumindest Ansätze derber Momente, wenn Ekzeme in dunkler Verfärbung Überhand nehmen, das Erbrechen blauer Substanzen ungezügelt wird und einige Nebenwirkungen bis ins Groteske gesteigert werden. Die entsprechend schick ausgestatteten und teils grellbunten Kulissen bilden hierzu einen angemessenen Kontrast und auch die Wahl einiger Songs früherer Zeiten mutet zuweilen garstig an.
Jedoch gerät selbst der Showdown nicht übermäßig spannend, zumal die zynische Note ein wenig abhanden kommt. Allenfalls die durchweg gut aufgelegten Darstellerinnen wirken dem entgegen, wobei vor allem Elisabeth Moss mit einigen Nuancen recht vielseitig erscheint.
Letztlich vermögen die rund 100 Minuten ansatzweise zu unterhalten, doch Originalität findet sich innerhalb der eher formelhaften Geschichte eher selten.
5 von 10