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Es sind Flächendimensionen wie sie eigentlich nur in den USA und Kanada vorkommen: Ein Hektar (Acre) entspricht bereits 10.000 Quadratmeter und dieses mal 40 ist deutlich mehr Land, als man mit nur einem Traktor bewirtschaften könnte.
Autor und Regisseur R.T. Thorne liefert nach einigen Musikvideos und Fernsehserien endlich seinen ersten Spielfilm ab, welcher sich düsterer Zukunftsmusik widmet.

Eine postapokalyptische Zeit, in der nach Pandemie, Tiersterben und Hungersnot Farmland das wertvollste Gut markiert: Die einstige Soldatin Hailey lebt hier mit ihrem Mann und den Kindern in einer strengen Hierarchie, Eindringlinge werden sogleich eliminiert. Als Sohn Manny eines Tages ein verletztes Mädchen anschleppt, gerät das strukturierte System ins Wanken…

Thorne demonstriert bereits in den ersten fünf Minuten, dass man ohne Rücksicht auf feindliche Verluste zu Werke geht, als rund ein Dutzend Eindringlinge blutig nieder geschlagen wird. Es wird von kannibalistischen Tendenzen bei anderen Gruppen gesprochen, Funkkontakt zu Gleichgesinnten besteht immerhin genauso wie der geheime Austausch von Ressourcen, während es immer wieder zu Trainingseinheiten und Erkundungen kommt.

Per Flashbacks lernt man die Familie und ihre Hintergründe kennen, wobei die Zusammensetzung der Eltern, afroamerikanische Mutter und indigener, kanadischer Vater eine durchaus interessante Konstellation ist, welche jedoch nicht allzu sehr auf historische Hintergründe eingeht. Demgegenüber stehen kleine Auflockerungen, wenn Dad mit leichtem Augenzwinkern auf seine Muttersprache zurückgreift, was oft im Kontrast zur strengen Vorgehensweise von Hailey steht. Im Verlauf versucht sich der Stoff jedoch an zu vielen Unterthemen wie Coming-of-Age, was den Fokus phasenweise etwas verwässert, bevor es im letzten Drittel wieder temporeicher zugeht.

Während es zwischenzeitlich an konkreten Bedrohungen mangelt, trumpft man in den letzten 45 Minuten recht gut mit effektiv getimter Action auf, wobei die Gegner nahezu durchweg Fallobst sind. Die Aufteilung in parallel ablaufende Handlungsstränge erweist sich jedoch als Vorteil, gleiches gilt für die souveräne Kamera und die starke Ausstattung, welche aufgrund vieler Details für ein authentisches Setting sorgt. Auch der Score treibt in den erforderlichen Passagen solide an.

Leider unterscheidet sich der Stoff letztlich nicht allzu sehr von ähnlich gelagerten Dystopien. Der Mangel an kreativen Ideen zeichnet sich vor allem im Mittelteil ab, als einige Flashbacks zuviel bemüht werden und etwaige Bedrohungen zu vage gezeichnet bleiben. Immerhin kaschiert die finale Action ein wenig und auch der Ausklang mit starker musikalischer Untermalung versöhnt.
6,5 von 10  

  

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