Let This Fucking Monkey Entertain You!
Schon länger hat man keine neue Musik von Robbie Williams gehört, noch nie war er wirklich in den Staaten ein Star und tot ist er zum Glück auch noch lange nicht. Warum dann gerade jetzt ein Biopic? Vom „Greatest Showman“-Regisseur? Mit einem animierten Affen anstelle von ihm oder einem starken Schauspieler, der ihn spielt?! Weil es klappt. Weil es funktioniert. Weil es rockt. Weil es berührt. Weil es heraussticht. Weil „Better Man“ ein furioser Musicalstart ins Kinojahr 2025 ist!
I Sit and Wait…
Man hätte meinen können, dass Robbie Williams aktuell kaum noch eine herausragende Stellung verfügt und dass Regisseur Michael Gracey nur ein One-Hit-(Publikumshit-)Wonder gewesen sein könnte. Doch „Better Man“ widerlegt beides mit Schmackes. Mit Eiern und Power. Mit starkem Akzent und noch mutigeren Wahrheiten. Mit Gültigkeiten weit über das Popstarsein hinaus. Mit Kinetik und Schwung. Mit ausdrucksstarken Affenaugen und klasse Effekten. Mit starkem Filmkorn und sicher auch ein paar Klischees (Alkohol, Drogen, Parties, Familie, Ego, innere Dämonen, Bandtrennung, böse Manager, anstrengender Vater, Frieden mit sich selbst usw.), die trotz Redundanz und Bekanntheit hier irgendwie kaum nerven. Die Idee mit dem Affen ist genial und funktioniert komplett. Egal ob diese nun aus der Not geboren oder wahrhaft ein Geniestreich war. Es gibt wunderbare Neuinterpretationen einiger seiner zeitlosen Songs, die auch noch kongenial und zum Teil tränenschön mit seinem Privatleben verwebt werden. Einige der Sang- und Tanznummern lassen selbst Baz Luhrmann vor Neid erblassen. Robbies Voiceover wirkt cool und authentisch. Seine Story ist keinesfalls zu sauber oder beschönigt. Der Humor sitzt, die (Selbst-)Kritik sitzt, die Emotionen sitzen, die Musik sitzt eh. Das Publikum steht und tanzt mit. All das lässt die zwei Stunden fast verfliegen wie ein Robbie Williams-Konzert selbst. Das ist der Knall, der das Kinojahr ankurbelt wie ein verbotener Chinaböller. Das hat Charme, das hat Charisma, das hat mehr Reife als man meint. Das hat mir enorm gut gefallen.
A People's Pleaser
Fazit: gleichzeitig eines der ungewöhnlichsten wie mainstreamigsten Biopicmusicals aller Zeiten… aber vor allem eine verdammt, verdammt unterhaltsame Sause und Feier - des Lebens, der Musik, des Mr. Williams! Ein Crowdpleaser und Sympathieträger vor dem Herrn!