Ich muss zugeben, dass mich die Person Robbie Williams nie sonderlich interessiert hat, die bekannten Songs hab ich dennoch im Ohr. Man kam ja kaum drumherum damals. Nun also das Biopic und hier folgt man in über 130 Minuten dem Leben des genannten Herrn, der sich in der Gestalt eines Schimpansen präsentiert. Weil er, was er anfangs klar macht, sich selbst so sieht. Das ist ein nettes Gimmick, bleibt über die gesamte Laufzeit aber auch genau das. Technisch ist das per Motion Capture gut umgesetzt und Williams' Stimme verleiht dem Ganzen etwas mehr Authentizität. Doch trotz einer gewissen Gewöhnung mit der Zeit bleibt es stets ein Fremdkörper, lässt man damit doch das Leben einer realen Person Revue passieren.
Dies geschieht mehr oder minder chronologisch und immerhin wirkt „Better Man“ relativ direkt und nicht beschönigend. Wie viel davon nun so passiert ist wissen Fans wohl besser. Einen gewissen Fluss hat die Filmvariante seines Lebens schon, wenn der Blick auf die Uhr auch ab und an mal da war. Es gibt was aus seiner Kindheit, über die Zeit bei „Take That“ und die Solokarriere, alles mit vielen Schattenseiten bebildert und auch in manch ansprechend gestalteter Montage eingefangen. Dazu erwartbar einige Songs, die in die Erzählung eingewoben werden, oftmals in alternativen Versionen, was etwas Abwechslung in die allseits bekannten Melodien bringt.
„The ego has landed.“
Der Erfolg, die Selbstzweifel, die Drogen, die Katharsis. „Better Man“ folgt grundsätzlich der etablierten Biopic-Formel, arbeitet sich von damals bis später durch und wirkt darin oft angenehm direkt. Was aber auch einiges an Wiederholung beinhaltet und Williams legt sich offenbar schon gerne in das bebilderte Elend, sodass die Laufzeit irgendwann spürbar wird. Fans mögen widersprechen. Ein paar hübsche Montagen und bekannte Songs in neuem Gewand stehen durchweg neben dem Gimmick, sich als Affe zu präsentieren. Macht schon Laune, das entsprechende Interesse vorausgesetzt.