kurz angerissen
Es sind nicht die Märchenfiguren, die durch bunte Computerwelten hüpfen und ihre Arien in die Stratosphäre trällern, die den Musikfilm retten... sondern es ist tatsächlich ein exzentrischer Sonderling wie Robbie Williams, der diesen Job erledigt. An seine Biografie konnte man, sofern man sich nicht zu seinen Fans zählte, keine besonderen Erwartungen haben, insofern überrascht „A Better Man“, überrumpelt, überfährt und plättet, während die Erkenntnis reift, dass seine rotzigen Popsongs dem Genre mehr zu geben haben als eigens zu diesem zweck komponierte Orchestersinfonien.
Zwar hat der vom Popstarleben vorgegebene Rise-and-Fall-Aufbau keinerlei Besonderheiten zu bieten, was ja überhaupt der Grund ist, weshalb man sich von einer Robbie-Williams-Biografie keine Wunder erwartet hat. Aber den Mann, den man sich ohnehin vor dem inneren Auge immer wie einen Schimpansen ausgemalt hat, tatsächlich von einem Schimpansen spielen zu lassen, das ist schon ein kleiner Geniestreich, und die Musical-Szenen sind von einer ungebremsten, unaufgesetzten, spontanen Lebendigkeit, wie man sie lange nicht gesehen hat.