Der Papst ist tot. Ganz plötzlich und unerwartet. Mehr als 100 Kardinäle isolieren sich in einem Konklave im Vatikan, um einen neuen Stellvertreter Gottes zu küren. Einige von ihnen wollen den Posten auf Teufel komm raus. Andere auf gar keinen Fall. Obwohl sie von wiederum anderen dazu gedrängt werden.
Dekan Lawrence fällt die verantwortungsvolle Aufgabe zu, den Prozess der Papstwahl zu leiten, die hier mit all ihren faszinierenden Ritualen authentisch und sehr detailgetreu dargestellt wird. Dabei muss Lawrence zunehmend als Ermittler agieren, um Intrigen aufzuspüren, Hintergründe aus der Vergangenheit aufzudecken und betrügerische Kandidaten zu disqualifizieren. Denn unter mancher Soutane tun sich hier wahre Abgründe auf – Anspielungen auf Präsidentschaftswahlen, politische Intrigen und Lagerbildung sind bestimmt nicht ganz zufällig. So verlagern sich während der tagelangen Wahl bei jedem Wahlgang die Sympathien und es bilden sich immer neue Favoriten, der Film ist dadurch spannender als mancher Thriller und kann am Ende gleich mit mehr als einer Überraschung aufwarten.
Regisseur Edward Berger (IM WESTEN NICHTS NEUES) und sein Kameramann Stéphane Fontaine (JACKIE) finden in der Konklave der einhundertacht rotgekleideten Kardinäle großartige Bildkompositionen zwischen Dokumentar- und Monumentalfilm. Die Schauspieler sind durchweg großartig, dass einige von ihnen (insbesondere Tucci und Lithgow) sich bereits mit der Darstellung finsterster Bösewichte ins cineastische Gedächtnis eingebrannt haben, trägt viel zur Atmosphäre der Unsicherheit bei. Ralph Fiennes als in vielerlei Hinsicht zweifelnder Dekan trägt den Film mit seiner ruhigen Art und Isabella Rossellini bringt trotz geringer Screentime starke Präsenz auf die Leinwand.
Fazit: Ein rundum gelungenes Thrillerdrama für Erwachsene mit intelligentem Drehbuch und sehenswerter visueller Umsetzung.