Der von Adam Elliot geschriebene und inszenierte Stop-Motion-Animationsfilm ist keine fröhliche Veranstaltung. Die Farben sind gedeckt und trist, das Design mitunter unförmig und stets wird das Geschehen wenig aufbauend kommentiert oder es passiert eben nicht viel mit Sonnenschein. Die Mutter verstorben, der Vater im Suff und die Trennung von ihrem Bruder setzt ihr auch zu. So hat sich Grace Pudel zurückgezogen, in ein Schneckenhaus, zurückblickend auf Ereignisse ihres Lebens.
Sie rekapituliert und betrachtet und so trist es auch immer wieder sein mag, so zeigt sich immer wieder mal auch etwas Hoffnung. Wie in der Begegnung mit der alten Pinky. Und so finden sich in diesem schwermütigen Werk von Elliot immer wieder Lichtstrahlen, wenn auch oft mit einem bitteren Beigeschmack. Die Handlung fließt unbeständig, vor und zurück und parallel. Wie es Erinnerungen eben so tun. Und durch die Vielzahl an Ereignissen kann man sich immer irgendwo emotional reinfinden. Die Themenvielfalt ist jedenfalls beachtlich, von Swingern über religiöse Spinner bis zum Komplex der Einsamkeit und dazu noch vieles dazwischen.
Visuell ist „Memoir of a Snail“ nicht so ganz bei mir angekommen. Die Ausstattung, die Kamera und die Umsetzung per Stop-Motion sind ansprechend und zeigen Detail. Nur wurde ich mit dem Figurendesign nie so richtig warm.
„There‘ll be pain. But that‘s life.“
Skurille Tragikomödie, die sich trotz der bedrückenden Ereignisse nie der Verzweiflung ergibt. Ist das Design der Figuren auch nicht so meins und zelebriert Elliot für mein Empfinden die (auch visuelle) Schrulligkeit schon einen Tick zu sehr, so ist „Memoir of a Snail“ dennoch ein schöner Animationsfilm mit mancher abgedroschen wirkenden Lebensweisheit und doch auch manch sinnvoller Botschaft.