Review

iHaveCNit: Memoiren einer Schnecke (2025) – Adam Elliott – Capelight Pictures

Deutscher Kinostart: 24.07.2025

gesehen am 24.08.2025

Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 9, Platz 4 – 16:15 Uhr

Grace Pudel ist eine nahezu einsame Außenseiterin, deren einzige richtige Freundin und Bezugsperson die sehr alte Frau Pinky gewesen ist. Als Pinky verstirbt reflektiert Grace über ihr bisheriges Leben, über ihre tragische Kindheit und den Verlusten, die sie verarbeiten musste über den Tod der Eltern und die Trennung von ihrem Zwillingsbruder Gilbert, der für sie der wichtigste Halt im Leben war und dessen Schicksal, sowie auch den ganzen eigenen tragischen und leidvollen Stationen des Lebens.

Adam Elliotts „Memoiren einer Schnecke“ bzw. „Memoirs of a Snail“ gehörte zum illustren und interessanten Kreis der Filme, die Anfang des Jahres bei der Oscarverleihung in der Kategorie „Best Animated Feature“ nominiert waren. Ich wollte ihn auf jeden Fall noch sehen, gerade da er auch über eine Veröffentlichung im Programm des Fantasy Filmfest Nights 2025 hinaus auch einen deutschen Kinostart bekommen hat. „Memoiren einer Schnecke“ ist ein Stop-Motion-Werk, dass nicht nur einen unfassbar großartigen und einzigartigen Look zu bieten hat und durch seine Liebe zum Detail und diese unfassbar akribische Feinarbeit allergrößten Respekt für diesen Einsatz verdient. Auch die Geschichte, die er erzählt ist mit sehr vielen erwachsenen Themen gespickt und auf jeden Fall kein Animationsfilm für die jüngere Zielgruppe. Zu den ganzen Themen möchte ich an der Stelle wenig Worte verlieren, nur dass der Film eben düstere Themen wie unter anderem Tod, Verlust, mentale Gesundheit mit entsprechenden Coping Mechanismen und vieles mehr über das Leben allgemein verhandelt. Im gesamten Verlauf des Films kann es durchaus ab und an ein Gefühl der Redundanz geben, wenn sich Leid und Leid immer wieder wiederholt, aber dem Film gelingt es an den ein oder anderen Stellen skurrilen und absurden Humor zu integrieren um einen kompletten Downer zu verhindern. Interessant fand ich auch, dass der Film größtenteils über Voice-Over-Narration erzählt wird. So ist der Film als Erlebnis eines, dass einen auf eine emotionale, tragikomische Reise mitnimmt und bei dem ich mich durchaus an Stellen auch wiederfinden konnte.

„Memoiren einer Schnecke“ - My First Look – 9/10 Punkte




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