4
kurz angerissen Direkter, ehrlicher als so vieles, was sonst in animierter Form erscheint. Fast so, als lese man das Tagebuch einer einzelnen, echten Person, die ihr Herz ausschüttet und keinerlei Milde sich selbst gegenüber walten lässt. Zugleich verkauft „Memoiren einer Schnecke“ seine unergründliche Traurigkeit aber als Design: Mit wackligen Schriftzügen, die Unsicherheit verraten, oder Augenhöhlen, mit denen ganze Burggräben aus Tränenwasser gefüllt werden könnten. Andere Emotionen als diese haben unter dem trüben Gewitterhimmel keine Chance, sich durchzusetzen, was die als Rückblende aufgerollte Geschichte äußerst monoton wirken lässt. Ich verstehe die Begeisterungsstürme; teilen kann ich sie nicht.
6
Nach dem Erfolg von "Mary und Max" ist Macher Adam Elliot leider nur eingefallen, das Konzept fast schon zu pervertieren. Alles, was schlecht sein kann ist noch schlechter, alles, was schief laufen kann läuft hier schief, nahezu jeder Schicksalsschlag triff ein. Die einzigartigen Animationen sind erneut überragend, aber der depressive Grundtenor wird zu einem Runterzieher mit Methode. Ein meiner Meinung nach äußerst fragwürdiger, ein bisschen Melancholie immer gern, aber dieses Schwelgen in absoluter Schwermut!? Ein Phänomen unserer Zeit, die Zeichen einer übersättigten, unterforderten und gelangweilten Zivilisation. Et voilà, das ist euer Film. Bleibt nur die Frage wie der Regisseur diese Variante nochmal toppen will oder ob er sein Talent dann doch nochmal kreativer nutzen will. Ein bisschen Hoffnung bitte, das wäre eher das notwendige Zeichen dieser Zeit!