Review

Weithin im Bewusstsein als Fortsetzung zu Ninja - In geheimer Mission (1984) laufend, zuweilen auch (im Deutschen bspw.) mit entsprechender Nennung Ninja in geheimer Mission 2 - Russian Terminator gehalten und so auch mit einigen, wenn auch sicherlich nicht dem 'Original' entsprechenden Bekanntheitsgrad besetzt, ist der Film anders als geglaubt keine Fortsetzung dazu und wird auch nicht so gezählt. Die (fragliche) Ehre geht vielmehr an Mats Helge Olssons Eagle Island (1986), der weithin unbekannt und unter dem Radar laufend ist; vom Themengebiet her, der Behandlung und der Zielgruppe haben alle drei Filme natürlich etwas und dann auch den Regisseur gemeinsam, wobei letzterer sowieso mehr gedreht hat als dem allgemein kundigen Videothekengänger geläufig ist. Hier als dänische Produktion gehalten, nicht als schwedische, was allerdings dem globalen Zuschauer sowieso egal und ein und dasselbe ist, und mit Frederick Offrein als Stammmitglied von Helge Olssons Gnaden besetzt:

Um an streng geheime Dokumente heranzukommen, wurde seitens der Osteuropäer Peter [ Peo Jansson ], der Freund von Eve Garland [ Helle Michaelsen ] entführt, die als Tochter des Diplomaten Garland [ Timothy Earle ] direkt an der Quelle sitzt und sich entsprechend um die Unterlagen kümmern soll. Zwar informiert diese den beiderseitigen Bekannten Phil Davids [ Harley Melin ], kümmert sich aber bereits der von Eve's Vater 'eingesetzte' ehemalige Spezialagent Mark Robinson [ Frederick Offrein ]um die Angelegenheit, bekommt aber auch prompt Besuch vom Gegenüber, dem Russian Ninja [ Magnus Cederblad ].

Unterstützt durch die (nicht akkreditierte) Co-Regie von Anders Nielsson, einem damaligen Mitarbeiter und später Entwickler und Regisseur von GSI - Spezialeinheit Göteborg, wird hier schon als Einstieg in das blutige Geschehen von maskierten Männern mit Sturmgewehren eine (äußerst enge und wenig heimelige achtziger Jahre) Wohnung eingenommen, mit herben Verlusten zwar auch in den eigenen Reihen, sodass sich vor allem im Miniflur der Leichenberg und auch vor der Küchenzeile ein Opfer auf dem anderen auftürmt. Eine Eröffnung nach Maß, die der geneigte Zuschauer genauso will und der Kritiker nicht anders verdient.

Kurz darauf macht der russische Ninja auch einen Hausbesuch, per Einbruch durch ein Fenster, und das ist dann der Moment, wo auch der Film so leicht einbricht und Schwächen offenbart, die nicht von der Hand zu weisen sind. Die wenigen Zusammenhänge vom Plot und dem Equalizer der Großmächte werden offenbart, mühselig erst und dann immer wiederholt, bis auch der Letzte merkt, dass es um nichts geht und vieles nicht die Aufregung Wert ist. Der angeheuerte bzw. dazu erpresste Spezialist, welcher optisch wie eine Mischung aus einem zu groß geratenen Weihnachtsmann und Kenny Rogers in enger Jeans aussieht, macht im Kampf keine gute Figur, er bewegt sich nicht nur steif wie einer, sondern hätte aufgrund seiner Reaktionszeit und der Trägheit auch Probleme gegen einen anderen Teddybären.

Tempo und Ansporn im Film wird vor allem über die Musik erzeugt, die mit ihrem Synthesizer und einem äußerst eingängigen, teils militant angehauchten Main Theme eine druckvolle Rasanz vorgibt, die den Bildern widerspricht. Dialogszenen sind erst faszinierend trocken und dann zuweilen redundant und repetitiv. Die Gegend bleibt ärmlich, das Wetter klamm, die Farben abgeplatzt vergilbt und schreiend nach vernachlässigtem Kapitalismus, daran ändert auch eine Verfolgungsjagd zwischen Motorrad und Auto in einer Industriebrache, etwas Mayhem beim Einbruch in den Arbeitsplatz und Aufenthaltsort der Dokumente und eine Prügelei in einer Schwitzstube nichts. Dafür sind die beiden Mädels in der Geschichte präsent und auch körperlich hübsch und im Showdown wird gleich von drei unabhängigen Parteien zum großen Halali auf die Festung der Bösewichter geblasen und diese (das Schloss Tjolöholm südlich von Göteborg) genregerecht gestürmt.

Einer gewissen eigenen Sorte Sog kann man sich sowieso nicht erwehren, wird sich hier mit wenig in der Hinterhand wohl wenigstens viel Mühe gegeben, eine Hobbysauna als Wellnessoase verkauft und ein Partykeller als Diskothek, wo dann auch noch eine wilde Schießerei (ohne jegliche Treffer, selbst bei den Gläsern nicht) und überhaupt in der letzten halben Stunde viel ungelenkes Actionmaterial im Gelsenkirchener Barock ausbricht.

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