iHaveCNit: Der Buchspazierer (2024) – Ngo The Chau – Studiocanal
Deutscher Kinostart: 10.10.2024
gesehen am 17.11.2024
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 14:15 Uhr
Aus dem Oktober wollte ich noch unbedingt die Romanverfilmung von Carsten Henns Roman „Der Buchspazierer“ nachholen, da der Trailer zum Film nach einem durchaus entspannten Stoff für den Sonntag Mittag in einem überraschenderweise ausverkauften Kinosaal ausgehen hat und hier auch eine sichere Bank war.
In einem Dorf der Lesenden existiert schon seit Ewigkeiten die Buchhandlung am Burgtor. Im Hinterzimmer dieser Buchhandlung ist Carl Kollhoff Tag für Tag damit beschäftigt, die ausgewählten Bücher für seine Kunden per Hand zu verpacken und danach zu Fuß die Bücher an die Kunden auszuliefern. Ihm scheint dieses ruhige, einsame Leben inmitten seiner Faszination zu Büchern auszureichen – bis die junge Schascha auf ihn aufmerksam wird und inmitten einer Zeit, in der sein Handwerk immer stärker bedroht zu sein scheint, die gemeinsame Zeit sein Leben und das seiner Kunden auf den Kopf gestellt wird.
„Der Buchspazierer“ hat mich emotional total erwischen können. Diese herzliche, warme und in Ansätzen tragische Geschichte hat mich berührt und unterhalten können. Auch wenn ich aktuell nur bedingt Bücher lese hatte ich einmal eine Zeit, in der mich Bücher und ihre Wirkung faszinieren konnten – Aber das was Bücher hier für die Menschen im Dorf der Lesenden sind, sind Filme und Kinobesuche für mich, so dass ich mich damit gut identifizieren konnte und es keinen besseren Ort dieser Symbiose gibt als den Kinosaal selbst. Der Film selbst hat mit Christoph Maria Herbst und Yuna Bennett ein tolles Duo an der Spitze des Films, dessen Ensemble mit unter anderem Ronald Zehrfeld, Edin Hasanovic, Maren Kroymann, Tristan Seith und Hanna Hilsdorf ergänzt wird. Jeder der Charaktere hat so sein eigenes mal größere und mal kleineres Päckchen zu tragen, so dass die Konflikte und die Verarbeitung dieser Konflikte dem Film einen gewissen emotionalen Unterbau und eine Tiefe geben, selbst wenn die ein oder andere Lösung dieser Probleme es sich durchaus sehr einfach macht, das aber dem Umstand geschuldet ist, hier ein Wohfühlmärchen zu erzählen, dass in seinem Kern auch ein wenig von der Botschaft beinhaltet, Bücher zu lesen, die Buchläden aufzusuchen und sich vor Ort mit den Büchern auseinanderzusetzen.
„Der Buchspazierer“ - My First Look – 8/10 Punkte