Review

Mittlerweile geht die Hellraiser-Serie in die siebte Runde, was einigen schon deutlich zu viel ist. Und man muss sagen, viel neues gibt es nicht zu berichten. Botas „Deader“ kann man sehr gut vergleichen mit seinem Erstlingswerk „Hellseeker“.





Die Reporterin Amy Klein (Kari Wuhrer) ist eine Reporterin für die etwas gröberen Fälle. Kaum zurück von einer Horde Drogenabhängigen, ist der Artikel schon wieder fertig, sie erntet Lob und bekommt von ihrem Chef gleich den nächsten Auftrag.

Ihr Chef spielt ihr ein Video vor, indem es um eine geheimnisvolle Sekte geht, die Deaders. Dort erlebt Amy einen Selbstmord einer jungen Frau mit, die aber später durch einen Mann scheinbar wieder zum Leben erweckt wird. Alles ein Trick? Genau das soll Amy herausfinden und macht sich auf die Reise nach Bukarest, Rumänien, woher das Tape kam. In Bukarest sucht Amy Marla, die man ebenfalls auf dem Video sehen konnte. Amy findet Marla, tot in einer Wohnung, neben ihr eine kleine Box. Damit öffnet sich für Amy die Hölle...





Sehr lange hat man auf diesen siebten Hellraiser-Teil gewartet, waren die Trailer doch recht ansprechend, aber kurioserweise wurde der Start der neuen Hellraiser-Filme (Teil acht steht jetzt auch in den Startlöchern, ebenfalls von Rick Bota) lange zurückgehalten, jetzt kommen beide fast zeitgleich auf den Markt.

Um es kurz zu machen, viel hat sich nicht geändert. Der größte Bruch der Hellraiser-Serie sahen wohl viele Fans im fünften Teil. Kultfigur Pinhead war fast nicht mehr zu sehen, wurde er doch im dritten Teil quasi zu einer Figur wie Jason Voorhess oder Freddy Krüger gemacht worden. Im sechsten Teil von Bota ging man dann wieder auf die eigentliche Grundstimmung zurück, auch hier war Pinhead kaum zu sehen, hatte aber mir deutlich besser gefallen, da Pinhead wieder ein wenig mehr die Rolle eingenommen hat, die ihn in den beiden ersten Teilen doch so auszeichnete. Ein Dämon (oder Engel), gut oder gar böse, immer mit einer Weisheit auf den Lippen.



Bota verlegte diesmal seinen Drehort nach Rumänien, was einen Vorteil hat. „Hellraiser-Deader“ wirkt dunkler und dreckiger als noch die beiden vorherigen Teile. Damit will ich nicht sagen, dass man Bukarest jetzt als dreckige Stadt auffassen soll, doch die schönste Seite von Bukarest wird hier nicht gezeigt, und so soll es auch sein. Dreckige Wohnungen, die ein normaler Mensch nicht mit einem Fuß betreten würde oder dunkle Gewölbe sind die Hauptorte, auch dies ist ein Unterschied zum vorherigen, fast sauberen „Hellseeker“.



Für die Hauptrolle hat Bota diesmal die nicht unbekannte Kari Wuhrer gewählt, mittlerweile ohne Silikon. So beschränkt sich Kari Wuhrer nicht auf das, was sie vorher ausgezeichnet hat, spricht meistens barbusig über den Screen zu laufen. Wuhrers Performance geht in Ordnung, es gibt kein Overacting, Oscarreif ist die Leistung aber auch nicht, solide halt. Natürlich hat auch die Figur der Amy Klein ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit, mit dem sie in Laufe der Zeit gequält wird.

Der Rest der Crew ist nahezu unbekannt, hier gibt es niemanden, der positiv oder negativ heraussticht. Sie sind halt da und gut ist.

In seiner Paraderolle als Pinhead ist natürlich wieder Doug Bradley zu sehen. Bradley ist Pinhead und bis jetzt hat er, je nach Screentime, immer in dieser Rolle überzeugt. Warum sollte es hier auch anders sein. Mit berühmter Stimme gibt Pinhead auch in „Deader“ seine Weisheiten ab, inklusive zitiert er sich noch mal selber aus Teil drei (I’m the way!), wirkt aber wieder einen Tick böse als noch in „Hellseeker“.

Auch hat Pinhead wieder eine neue Cenobiten dabei, die aber nur im Hintergrund stehen. Die finalen Aktionen gehen mal wieder nur von Pinhead aus. Neben bekannten Gesichtern wie den Chatterer gibt es noch ein bis zwei neue Kreationen. Pinhead ist und bleibt aber das Maß aller Dinge.



Wie schon bemerkt, positiv ist ganz klar die Location in Bukarest, welche eine nette Abwechslung zu dem bietet, was es sonst in den letzten beiden Teilen zu sehen gab.

Wenn man polemisch wäre, könnte man sagen, Bota ist aber nicht viel neues eingefallen. Natürlich, die Sekte der „Deaders“ ist neu, aber inhaltlich wird kaum was neues geboten. Wieder geht es um eine Zentralperson, die in die Fänge der Cenobiten (und einer Sekte) gelangt und es scheinbar kein Entrinnen mehr gibt.

Gleich geblieben ist auch, dass es die Auflösung (mag man es so nennen) erst gegen ende gibt und die Screentime von Doug Bradley wieder mal arg begrenz ist. Wie schon in den beiden Teilen davor, gibt es Pinhead im Film nur sporadisch, erst gegen Ende hat er ein wenig mehr Präsens, dann ist der Film aber auch schon wieder zu Ende. Was in Teil fünf began, wird auch im mittlerweile siebten Teil fortgeführt. Die Figur des Pinhead gerät in den Hintergrund, ganz gemäß der Teile eins und zwei. Dennoch hat Pinhead nicht mehr diese unheimliche Präsens wie in den Urteilen, wo man überrascht und erschreckt war, was für eine Figur er überhaupt sei.

Auch die goldene Ära der blutigen Effekte ist vorbei. Ich kann mich nur wiederholen. Wie auch in den beiden Vorgängern hält man sich mittlerweile doch deutlich zurück in Sachen Blut und Gewalt in den Hellraiser-Filmen. Der eine wird sagen, so war das vorher auch und hat gut geklappt, der andere will halt Pinhead in Action sehen. Keine Angst, die Ketten fliegen auch hier, nur halt nicht zahlreich und spärlich eingesetzt. Gematscht wird hier auch ein wenig mehr als noch in den beiden vorherigen Hellraiserteilen, dennoch muss man schon schmunzeln, wenn man Aufdrucke wie „Gory Glory“ und „Strong Violence and Gore“ liest. Jedoch sind die Effekte gut gemacht, auch wenn man sich ab und zu ein wenig mehr erhofft hätte, denn Opfer gibt es gegen Ende genug. Ein wenig mehr Ideen hätte Bota wenigstens für das Ende einbringen können. Dennoch geht einem gegen Ende doch ein wenig das Herz auf, denn provozieren sollte man Pinhead wirklich nicht.





Fazit: „Hellraiser-Deader“ hat seine starken Momente, ganz klar. Dennoch darf und muss man diesem Teil vorwerfen, ein wenig den Vorgänger zu kopieren und nichts wesentlich neues zu bringen. Da stellt sich die Frage, tut es Not, überhaupt noch weitere Teile nachzuschieben?

Da mir Teil sechs schon gut gefallen hat, gefällt mir auch Teil sieben, vielleicht wegen der Ähnlichkeit zu Teil sechs, aber einige neue Ideen sind ja vorhanden, allein der Weg nach Rumänien hat sich gelohnt. Wem der Stil von Teil sechs schon nicht gefallen hat, der wird auch mit „Deader“ nichts anfangen können und sollte von vorneherein Abstand einhalten.

Natürlich ist die Frage legitim, ob man mit dem Titel „Hellraiser“ einfach nur noch Geld machen will, auch wenn es gar nicht mehr so viel „Hellraiser“ ist und der Würfel zum Schluss nur noch nur noch irgendwie in die Story eingebaut wurde. Die meisten sollten sich einfach Teil eins und zwei anschauen, hartgesottene Fans wie ich können auch noch gut mit Teil sieben leben. Und ja wie angedroht, Teil acht ist schon auf den Weg und wird mich wohl auch wieder finden.

Ich bin halt Fan der Hellraiser-Serie und vergebe deshalb die 6 Punkte. Der Rest sei also gewarnt und könnte wieder enttäuscht werden. Der Durchschnittsseher wird hier wohl höchstens zwischen einer 4 und 5 pendeln.

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