Die Reporterin Amy Klein bekommt von ihrem Chef-Redakteur Charles Richmond ein Video vorgeführt, das den Selbstmord und die anschließende Wiederbelebung einer jungen Frau zeigt. Amy wittert prompt eine heiße Story und fliegt nach Bukarest, um vor Ort Nachforschungen in der Sache anzustellen. Dort stößt sie auf die "Deader"-Sekte, die von dem Ober-Guru Winter geleitet wird, welcher mit Hilfe des altbekannten Holzwürfels das Tor zur Hölle öffnen will. Dazu benötigt er die Journalistin, die dann natürlich auch unwissend mit dem besagten Spielzeug herumhantiert und dadurch wieder einmal den Zenobiten Pinhead heraufbeschwört. Amy wird daraufhin in einen Strudel alptraumhafter Ereignisse gezogen, aus dem es für sie kein Zurück mehr gibt... Von den späteren "Hellraiser"-Streifen, bei denen die Produzenten von Dimension offenbar dazu übergegangen sind, fremde Drehbücher einzukaufen und diese dann einfach auf die Bedürfnisse der Franchise umzuschreiben (was ja im Grunde nur bedeutet, irgendwie die Holzbox in die Handlung zu friemeln und ein oder zwei Szenen mit Pinhead einzubauen), ist "Deader" für meine Begriffe eindeutig der beste, denn irgendwie umweht ein Hauch von Alan Parkers "Angel Heart" die wirklich düstere Okkult-Krimi-Storyline... und lässt so diesen mittlerweile siebten Teil wieder mehr in der Tradition des Clive Barker-Originals stehen als die beiden vorhergehenden Filme "Inferno" und "Hellseeker". Okay, ein wenig umgeschaut, was gerade so hip und angesagt im Genre ist, hat man sich dann doch, denn das Ganze geht dann inhaltlich doch eher in Richtung Mystery-Kram und nimmt Anleihen bei der damals grassierenden Geisterfilm-Welle aus Asien (die Idee mit dem Video-Tape, das die Handlung kickstartet, erinnert doch mehr als nur ein kleines bisschen an die "Ring"-Streifen) sowie jenen immerzu angesagten Rubber-Reality-Movies, die Vielschichtigkeit heucheln, indem sie den Zuschauer dahingehend verwirren, was nun Traum und was real ist und auf welcher Handlungs-Ebene man sich gerade befindet. Das kann man mögen oder als Drumherum für einen erneuten (kurzen) Auftritt von Doug Bradley in seiner Parade-Rolle als Stecknadel-Kopf schlicht unpassend finden... dazwischen gibt es nicht wirklich was. Wenn man sich der Angelegenheit aber nicht ganz so verbissen nähert, lassen sich hier durchaus ein paar positive Aspekte ausmachen: Wie schon bei Teil 6 kann man Rick Bota erneut eine adäquate Leistung auf dem Regie-Stuhl bescheinigen, die allemal ausreichend ist, um den Streifen inszenatorisch über die Runden zu bringen und die eine oder andere alptraumhafte Szene abzuwerfen. Positiv anzumerken ist da sicherlich auch, dass die Handlung diesmal tatsächlich nach Bukarest verlegt wurde und man und man gar nicht erst versucht hat, die ziemlich offensichtlich osteuropäischen Drehorte auf amerikanisch zu trimmen und dem Zuschauer diese Locations als US-Metropole zu verkaufen... danke dafür. Hauptdarstellerin Kari Wuhrer performt besser, als man es erwarten sollte und gibt die von einem Kindheitstrauma geplagte Journalistin am Rande des Nervenzusammenbruchs tatsächlich recht überzeugend... und schafft es dadurch, die Handlung quasi im Alleingang zu tragen und dieses Direct-to-DVD-Sequel schauspielerisch nicht unerheblich aufzuwerten. Nach den letzten paar eher "harmlosen" Beiträgen ist "Deader" übrigens wieder 'ne Nummer härter und lotet da in bisweilen blutigen Bildern ein paar splatterige Untiefen aus, wie man sie gemeinhin mit dem Namen "Hellraiser" assoziiert, was zumindest die Gorebauern-Crowd happy machen dürfte. Und auch wenn ich mich hiermit jetzt mit blankem Arsch in die Nesseln setze, so sei von meiner Seite doch noch angemerkt, dass ich selbst wirklich nie der größte Fan der Reihe gewesen bin und auch das 1987er-Original für mehr als nur ein wenig überschätzt halte... und ich "Deader" diesem gegenüber doch tatsächlich leicht den Vorzug geben würde (ui, da geht sie hin, die Credibility!)...
6/10