Es ist fast schon wie ein Männertraum alter Säcke, seine Familie wie ein einsamer Held mit vollem Körpereinsatz gegen wüste Wichte zu beschützen. Insofern hat sich Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Hauptdarsteller George Basha hier augenscheinlich selbst verwirklicht.
Ex-Soldat Mickey wollte mit Frau und den beiden Teenagern ein paar ruhige Tage im Haus seines Bruders verbringen, den er allerdings tot unterm Bett vorfindet. Kurz darauf werden in einem Versteck zwei Taschen mit Geld und Drogen gefunden, welche die Söldner um Kane zurückfordern. Doch Mickey wird sie ihnen nicht kampflos überlassen…
Rambo lässt wie üblich grüßen, wenn eine Ein-Mann-Armee in den Wald zieht, um die elf Gegner mindestens in Bewegung zu halten, was die anberaumte Menschenjagd zumindest nicht eindimensional aussehen lässt. Anderweitig schon, denn Mickey dreht den Spieß quasi um und gabelt die Typen reihum auf. Dies wird immerhin nach einigen Zweikämpfen vollzogen, die recht ordentlich choreographiert und sauber gefilmt sind, denn Hektik und Unübersicht klammert die Inszenierung glücklicherweise aus.
Auch die wenigen Gewalteinlagen sehen passabel aus, obgleich die Kamera abweicht, sobald eine härtere Gangart wie das Zertreten eines Schädels eingeschlagen wird. Das Make-up arbeitet zweckdienlich, - es muss allerdings zwischendurch erneuert werden, da sämtliche Wunden nach dem flüchtigen Waschen an einer Wasserquelle verschwunden sind. Ansonsten werden Verletzungen nach alter Tradition ausgebrannt und wenn den Figuren in Sachen Zusammenhalt nichts mehr einfällt, werden auch mal herrlich altmodische Äußerungen wie „Du tust, was auch immer du tun musst“ rausgehauen.
Leider stellt sich im Verlauf eine gewisse Redundanz ein, Abläufe wiederholen sich und werden zusehends vorhersehbar und man ahnt bereits zur Halbzeit, wie das Finale ausfallen dürfte. Dazwischen stellen sich vor allem die Kids unangenehm dämlich an, weil etwa ein Inhalator wichtiger ist als die Entdeckung aller und auch das Verstecken in einer Ruine will geübt sein. Dennoch ist insgesamt genügend Tempo und Bewegung drin, zumal der Score passabel antreibt.
Darstellerisch sind hingegen trotz treffender Besetzung einige Abstriche zu machen, was jedoch auch von der nicht immer überzeugenden Synchro untermalt wird. Basha müht sich zwar um Präsenz und steht immer wieder im Fokus der Handlung, doch mimisch ist er arg begrenzt, was gleichermaßen auf viele der übrigen Mimen zutrifft. Körperlich nimmt man ihm hingegen den ehemaligen Soldaten durchaus ab, - sonderlich elegante Moves werden zwar nicht geboten, doch man bleibt mit gesunder Härte weitgehend bodenständig.
Ohne sonderlichen Schnickschnack in Szene gesetzt, bietet die Kulisse des Waldes genügend Abwechslung und einige markante Punkte, man nutzt die natürliche Farbgebung und liefert unterhaltsame Action, die mit ihren 109 Minuten etwas zu lang geraten ist. Überraschungen oder storytechnische Kniffe sollte man bei alledem natürlich nicht erwarten, - es bleibt eine schlichte Männerphantasie.
Knapp
6 von 10