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Die dystopische Geschichte um die Qualifizierung eines Ehepaares zur Elternschaft wird in ruhigen Bildern voller nachhaltiger Intensität erzählt. Die Darbietungen von Elisabeth Olsen und Alicia Vikander lassen keine Wünsche offen. Beide spielen mit einer derartigen Wucht, dass man als Zuschauer von Anfang ans Geschehen gefesselt ist. 

Da stört es nicht, dass der fast kammerspielartige Film sich nur mit seinem Grundthema beschäftigt und den Blick auf die Zukunft und die Lebensumstände der Gesellschaft maximal andeutet. Wir erfahren nicht viel über die Zivilisation und das Regime, unter dem sie existiert. Gezeigt wird ein privilegiertes Paar in seiner abgeschiedenen Oase. Dort muss es sich für sieben Tage den Prüfungen einer Gutachterin unterziehen, die abschließend eine finale Wertung über die Qualifikation bzw Genehmigung zur Schwangerschaft ausstellt. 

Es geht also weniger um die Dystopie der Zweiklassengesellschaft und der vermeintlichen Diktatur, unter der diese existiert. Es geht um Charaktere, Handlungswillen und Emotionen. Es geht um reinen Psychoterror, zu dem sich alles entwickelt. Und die Filmemacher taten gut daran, ihren Fokus und die ganze Aufmerksamkeit, auch dank des reduzierten Settings und der rudimentären Ausstattung, darauf zu lenken. Denn so ist ihnen ein intensiver, nachhaltiger Psychokrimi gelungen, der beim Betrachter noch lange nachhallt.

Fazit: Das großartige Schauspiel und die beklemmende Thematik lassen 'The Assessment' nahtlos an die großen dystopischen Filme des letzten Jahrhunderts anschließen. Unbedingt empfehlenswert. 

8/10

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