Review

Takeshi Kitanos erstes reines Samurai-Projekt kann sich durchaus gegen frühere Filme des Genres behaupten. Wenngleich mir die übrigen "Zatoichi-Filme" nicht geläufig sind so denke ich, dass der vorerst letzte Film über den blinden Krieger nicht im Schatten der zahlreichen Prequels stehen wird.

Wer einen trockenen, für Kitano typischen Humor erwartet, der wird auch bei "Zatoichi" auf seine Kosten kommen. Im Vergleich zu früheren Kitano Projekten ist die Gewaltdarstellung weniger detailliert hat aber dennoch wenig von ihrer alten Härte eingebüßt. Neu jedoch ist die Methode der Blutdarstellung. Hier wählte man eine mir
weniger zusagende Methode, nämlich jene, welche man schon in Battle Royale verwendet hatte. Das Blut wurde nachträglich eingefügt, wodurch zum Einen den Effekt erzielt
wird, dass das Blut insgesamt nicht realistisch aussieht und zum Anderen Blutflecken von der einen auf die andere Sekunde im selben Bild verschwinden.
Hier hätte ich mir, und da geht es mir nicht viel anders als anderen zuschauern, eine althergebrachte Methode gewünscht, wie wir sie aus Takeshis älteren Filmen kennen.
Ansonsten blieb Takeshi Kitano allerdings seiner alten Linie treu und verwöhnt den Betrachter abermals mit einen spektakulären Bild-und Tonschauspiel wie es
Seinesgleichen heutzutage kaum mehr gibt.
Auch die für ihn typischen Aufnahmen in welchen minutenlang die ein und selbe Kameraposition mehrere Personen bei einer Tätigkeit filmt sind zahlreich vertreten.
Unter anderem eine Szene in der 4 für den Film ansonsten belanglose Personen ein Feld bearbeiten und die Töne der schlichten Hintergrundmusik mit den Schlägen der Bauern bis ins geringste Detail harmonieren.
So gelingt es Takeshi, wie schon so oft, trotz "langwierigen" Shots das Publikum zu unterhalten.
Die Geschichte des Films ist ebenfalls schlicht und rasch erzählt.
Der blinde Masseur und Samurai Zatoichi hilft einer Bäuerin auf dem Weg zu ihrer Hütte ihre Waren zu tragen. Zum Dank darf er bei ihr einige Tage verbringen.
Seiner leidenschaftlichen Zuneigung zum Würfelspiel verdankt er es den Neffen der älteren Dame kennenzulernen. Schon bald treffen sie auf zwei junge Menschen, die sich an einem Yakuzaboss für die Ermordung ihrer Familie rächen wollen. Gemeinsam nehmen die 4 den Kampf gegen die Verbrecherbande auf.
Auch wenn die Story einfach gehalten ist bietet sie viel Abwechslung und Unterhaltung.
Ob nun bei den Kämpfen, den Tänzen oder in den Glücksspiel-Buden, für Spass und einige Lacher ist immer gesorgt.

Schade ist deswegen, dass es auch kleinere aber dafür dauerhafte Störfaktoren im Film gibt. Zu den wohl auffälligsten gehören die 1-3 grünlichen Balken, die das Bild in seiner Senkrechten in zwei Hälften trennt. Zwar sieht man nach einiger Zeit darüber hinweg und sie sind nicht mehr ganz so lästig, dennoch sind sie vorhanden und dies ist für den heutigen Standart höchst ungewöhnlich.
Darüber hinaus kann man noch die Synchro kritisieren. Was aber nicht dem Film oder seinen Machern anzulasten ist, sondern den schlampigen dt. Synchrostudios.
Die Synchro ist stark frontlastig, so dass es einem schwer fällt die sprechende Stimme einer Person zuzuordnen, da der Ton weder von links, noch von rechts kommt.
Überhaupt ist eine Unterscheidung der einzelnen Sprecher regelrecht schwierig, da sich viele Personen relativ in ihrer Stimme ähneln.
Aber wie gesagt, dies kann man nicht dem Film an sich anlasten. Wen es stört, der kann spätestens auf den DVD's den O-Ton genießen und muss sich nicht mit der nervigen Synchro plagen.

Wettgemacht wird dies eh durch die glänzende Darbietung als Takeshi, der den gesamten Film über mit geschlossenen Augen agiert. Takeshi der sonst eh schon ein sehr körperbetontes Schauspiel abliefert übertrifft sich regelrecht mit seiner Darbietung als Zatoichi. Und die Tatsache, dass es ihm vergönnt ist zu sehen hindert ihn nicht daran den ein oder anderen Lacher mit einzubringen.

Insgesamt halte ich "Zatoichi" für einen guten Film, der zwar an einigen kleinen Stellen verbesserungswürdig ist aber im Großen und Ganzen Spass macht und zu unterhalten weiß.

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