Review

Die junge Alex arbeitet in einer Spielhalle , als ihr Chef sie bittet eine Geburtstagsfeier nach Ladenschluss zu überwachen . Ihre Überraschung ist allerdings groß , als sich herausstellt , dass diese Feier zu ihrem eigenen 21. Geburtstag stattfindet . Währenddessen zieht sich ihr Chef in sein Privatkino zurück um dort auf einem Super 8 Projektor den allerersten Mickey Mouse Film " Steamboat Willie "zu genießen . Doch kaum läuft der Film , erscheint ein Killer mit Mickey Mouse Maske . Der ist nicht nur wild darauf sämtliche Personen zu eliminieren , sondern kann sich auch noch teleportieren . Alex und ihre Freunde sind in dem Gebäude gefangen ...

 " Winnie the Pooh : Blood and Honey " hatte es vorgemacht und jetzt kommen sie auf ihren Löchern . Getreu dem Motto " Wer zuerst kommt , mahlt zuerst " , haben sich ein paar Filmemacher zusammengetan und diesen Murks produziert , der dann genau an jenem Tag angekündigt wurde , an dem Disney offiziell die Rechte an ihrer bekanntesten Figur verlor . Und dementsprechend haben wir es hier auch mit einem billigen Schnellschuss zu tun , bei dem sich die Macher wohl dachten , es sei genug einem Mann eine Maske über zu ziehen und dann einfach zu behaupten " Das ist die echte Mickey Mouse , die Leute umbringt ! Ja , die echte Comicfigur , kein billiger Killer mit Maske ! "
Da ist es natürlich selbstverständlich , dass man sich mit der Figur keinerlei Mühe gegeben hat . Außer der Maske , und dass der Name Mickey Mouse genannt wird , gibt es keine Verbindungen zu der " realen Comicfigur " . Keine Kniffe , keine Überlegungen wie eine Comicfigur vielleicht in der realen Welt auftreten könnte . Kein " Falsches Spiel mit Roger Rabbit " mit einer Killermaus . Keine Erklärung warum sie da ist , warum sie teleportieren kann , warum sie tötet , warum sie es auf diese Gruppe von Leuten abgesehen hat ( und noch ein paar andere Bekannte dieser Leute in einer Bar nebenan ) und letztlich auch nicht warum sie mit dem Töten aufhört . Nicht einmal das hohen Stimmchen , das man ja leicht hätte nachmachen können , hat man dem Killer verliehen .
Und was gibts sonst noch ?
Eine Handlung nach Standart F , ein paar höchst ungelenke " Meta " Bemerkungen , unbegabte Darsteller ( und ich hatte das Gefühl gegen Ende wurde es sogar schlimmer ) , keine guten Regieanweisungen ( man steht ständig nur total steif herum ) , keine Effekte , keine nennenswerte Musik , keine Spannung .

Einzig die Fehler , Schwach - sowie die Unzulänglichkeiten befinden sich auf hohem Niveau . Ich möchte mal ein wenig des größten Blödsinns auflisten . Wer keine Lust darauf hat , kann aber auch gleich zum Fazit springen .
( ACHTUNG SPOILER - ABER BEI DEM FILM EIGENTLICH AUCH EGAL )
1. Die " einzig Überlebende " des Massakers - die die Geschichte rückblickend der Polizei erzählt - plaudert dabei munter über zahlreiche Sachen , die sie nie im Leben mitbekommen haben kann , da sie sich meist an ganz anderen Orten aufhielt .
2. Am Ende kommt heraus , dass es drei weitere Überlebende ( !!! ) gibt . Das ist auch der " einzig Überlebenden " , sowie der Polizei bekannt , dennoch wird ständig so getan , als wäre sie die einzige Überlebende .
3. Die Polizei wirft der " einzigen Überlebenden " ( die die ganze Zeit in der Zelle sitzt , obwohl überhaupt nichts für sie als Täterin spricht ) vor , sie könnte etwas mit den Morden zu tun haben , weil der Mörder ihr " nur " die Sehne am Fuß zerschnitten hat . Die anderen drei Überlebenden haben aber nicht mal einen einzigen Kratzer abbekommen , sind quicklebendig und können auch sehr wohl sprechen , werden aber weder verdächtigt noch befragt .
4. Einige der Partygäste konfrontieren einen von ihnen damit , dass ein Mörder umgehe , der sich teleportieren könne und sagen ihm dabei gleichzeitig ins Gesicht , dass er der Mörder sei . ( Möglicherweise hat er ihnen aber auch wirklich jahrelang verschwiegen , dass er teleportieren kann - ist ja auch peinlich , wenn so was andere Menschen erfahren . )
5. Alex meint an einer Stelle , der Mörder hätte sich wegteleportiert , weil er das pulsierende Licht ihrer Lampe nicht hätte vertragen können . Später wird dann aber behauptet , dass Mickey sich nicht teleportieren kann , wenn man ihn mit eben jenem Licht anleuchten würde , weil er damit " einen festen Körper bekommen würde . " . Also hätte er sich in der ersten Situation ja gerade NICHT wegteleportieren können .
6. Innerhalb von Sekunden schwanken die Vermutungen wer der Killer ist . Mal denkt man es sei ein Partygast , dann wieder mehrere dessen Freunde , mal einer , mal mehrere . Schließlich akzeptiert man innerhalb von 30 Sekunden ( ohne irgendwelche Nachforschungen , Beweise oder sonst was ) , dass es die echte Mickey Mouse ist , die in irgendeinem Provinzkaff erschienen ist um irgendwelche " Teenies " abzuschlachten .
7. Immer wieder betont man , dass man sich nicht trennen soll , trennt sich aber kurz darauf .
8. Eine klischeehafte , wie lächerliche Post Credit Szene , die natürlich auf eine Fortsetzung hindeutet und andeutet , dass die " einzige Überlebende " vielleicht doch in die Sache involviert war . Wofür es natürlich im Film nicht den kleinsten Hinweis gibt .
9. Als man das Funhouse verlassen will , merkt man , dass man eingschlossen worden ist . Statt sich mal darauf zu konzentrieren , aus diesem zu entkommen , macht man lieber mit der tollen Party weiter ...
... Ich könnte wirklich noch mehr schreiben , aber das wäre nicht mehr zweckdienlich ...

Fazit : Wer dachte " Winnie the Pooh : Blood and Honey " sei nur ein billiger Versuch mit einer gerade neu rechtefrei gewordenen Figur abzukassieren , dem wird hier gezeigt , dass es noch billiger geht . In nächster Zeit werden wir wohl noch ein paar solcher Ergüsse erleben dürfen . Positiv war hier nur die Kamera , die Location und der Titel " The Mouse Trap " . Als ernster Film nicht zu gebrauchen , zum Ablachen mit Freunden aber mit Sicherheit .  Ein Film zum Haare raufen oder sich besaufen ... Schlefaz , übernehmen Sie !


P.S: Vielleicht sollte Disney einfach einen eigenen Mickey Mouse Slasher Film herausbringen . Geld scheint damit ja zu machen zu sein und wie man weiß , wird dafür gerne jede Kindheitserinnung mit Füßen getreten . Hauptsache die Kohle stimmt . Und damit hätten die Imitatoren dann einiges mit den Originalen gemeinsam ...

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