Review

Staffel 1 - 9,5/10

Staffel 1

Spleens, Flüche & Genialitäten

Ein nerdiger Junge und ein taffes Mädel lernen sich langsam kennen und werden entgegen ihres anfänglichen Glaubens an das Übernatürliche mit Aliens und Geistern konfrontiert - was jedoch erst der Anfang eines wilden Abenteuers darstellt, dass sogar die weiten und bizarren Grenzen der Animewelt sprengen könnte…

Hyperaktivität done right

Ist das der Animehype des Jahres?! Joa, ich denke schon. Und das zurecht. Denn „DanDaDan“ (u.a. auf Netflix) ist ein Instant Classic in seinem Bereich und ein wahrer Augenöffner zwischen sexy LSD-Trip, „Sailor Moon“, „Elfenlied“, Horrorcomic und überdrehtem Shonen - mit Style, Ideen und Wendungen ohne Grenzen. Das ist fast schon übernatürlich vollgestopft mit Wahnsinn plus Methode. Das kann kaum mit rechten Dingen zugehen. „DanDaDan“ ist selbst im vollgestopften und boomenden Animebereich noch eine energetische Ausnahmeerscheinung. Nicht für Kinder. Nicht für Langweiler. Nicht für Standardcouchkartoffeln. Sein ganz eigenes Ding. Das ist feinste Ware Fischfilet. Mit einem der besten Soundtracks aller Zeiten. Von Lustkeulen und Fleischbeulen, von Nachteulen und Fast-Träumen. „DanDaDan“ ist ein Overkill, ein Lustmolch, ein Farbenfest, ein hypnotischer Hochgenuss. Und kann überfordern. Aber wenn man das Ganze jetzt vielleicht nicht direkt bingewatcht, dann kann man das schon aushalten und sich einsaugen, überrollen, verzaubern lassen. Mich hat’s umgehauen. Mich hat’s begeistert. Pausenlos. Atemlos. Durch Nacht und Magie, durch Jenseits und feuchte Träume. Und die Staffel lässt einfach nicht nach, wird eher immer besser. Auch die deutschen Synchronsprecher können sich hören lassen. Und die geniale Kombi aus den Genres, Stilrichtungen und Tempowechseln ist nahezu unerreicht. Etwas notgeil, immer geil. Geht steil. Mal mit Fluch, mal mit Beil. Wem das alles keinen Sinn macht, was ich reime, jubel und schreibe - das muss man eh sehen, um es zu kapieren, zu glauben, zu bestaunen! Herz am richtigen Fleck. Humor durch die Decke. Überraschungen an jeder Ecke. Wie eine Pinata voller exotischer Süßigkeiten sowie Scherben und Rasiermesser. Allein das Intro samt Titeltrack - what the holy Fuck!?! Das ist gefährlich gut.

Ein Clusterfuck - der funktioniert!

Die Einflüsse sprudeln über, von 90s-Werbung bis zu Itō. Nonstop from Block to Block, from Rock to Pop, von psychotronisch bis urkomisch. Das ist ein wenig wie wenn ein junger David Lynch vor zwanzig Jahren in Japan geboren worden wäre und nun völlige künstlerische Freiheit mit einem enorm mutigen, talentierten Team genieße. Bestialisch gut. Videospieleinflüsse. Ein totales Original. Was passiert hier?! Egal, ich bin an Bord. Von Kinderhort bis Mord. In Sachen Abwechslung, Impact, Hommagen und Ideen hat das die Kraft von „Cowboy Bebop“, „Samurai Champloo“ oder „Neon Genesis Evangelion“ damals. Hier werden echt Grenzen gesprengt. Neue Maßstäbe gesetzt. Und es wird Geschichte geschrieben. „DanDaDan“ ist ein einziger Limitbreak. Etwas Studio Ghibli, etwas Scott Pilgrim. Von Stylomat bis Splatter, es wird immer und immer fetter. Eine Liebesgeschichte wie es sie noch nie gab. Ein Anime in seiner ganz eigenen Nische und Welt. Vollkommen eigenständig. Fast sein eigenes Genre. Von Turbooma bis Romantikkoma. Etwas ganz Neues. Etwas ganz Kostbares. Rotzig, radioaktiv, rasend. Chaosqueen. Wunderbar flüssig choreographierte und gemalte Fights. Schwarzer Humor. Ein kurioses Tor. Klasse Kombi aus handgemalt und computerunterstützt. Zwei wirklich besondere und unperfekte (!) Protagonisten. Eine magische Symbiose. Mehr als nur Freundschaft. Immer dynamisch bis panisch. Manchmal versteht man auch nur spanisch. Aber hier gilt: besser machen als gar nicht! Das Label *Kult* war selten einer Serie deutlicher auf die Stirn getackert. „DanDaDan“ hat jetzt schon eine Legendenaura. Geboren zu Größe. 

Kreativität neu definiert

Fazit: einer der kreativsten und explosivsten Animecocktails des Jahrzehnts. „DanDaDan“ verdient den Hype und ist überragend, bunt, vielseitig, unberechenbar, emotional. Ein kleines großes Wunderwerk aus Fernost. Ein toller Trip. Man traut seinen Augen kaum. Man sabbert. Man kriegt den Mund nicht mehr zu. Man will jedem davon erzählen. 

I

(9,5/10)

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