„Crazies“ von George A. Romero ist ein weiterer kritischer Film. „Crazies“ kann man neben „Night of the living Dead“ als Vorläufer von Romeros Meisterwerk „Dawn of the Dead“ sehen, denn auch dort schlug er sehr gesellschaftskritische Töne an.
Die Bürger einer kleinen verschlafenen amerikanischen Stadt staunen nicht schlecht, als plötzlich das Militär auftaucht und die ganze Stadt hermetisch abgeriegelt wird. Eingeweiht sind nur wenige Leute. Ein Militärflugzeug ist in der Nähe der Stadt vor einer Woche abgestürzt und ein Stoff Namens Trixie ist ins Leitungswasser der Stadt gelandet. Zunächst war Trixie einigen Leute als Impfstoffbekannt, in Wirklichkeit ist Trixie aber eine biologische Waffe. Menschen sterben entweder direkt oder werden verrückt. So ist dem Militär alle Mittel recht, dass dieses Virus sich nicht weiter verbreitet. Wer sich nicht fügt, wird erschossen. Eine Gruppe von fünf Leuten, darunter die schwangere Judy und ihr Freund Dave, können fliehen, werden aber von dem Militär gnadenlos gejagt. Und auch der Virus ist in ihrer Gruppe aktiv...
George A. Romero verfilmte 1973 schon ein Schreckenszenario, welches auch nach über 30 Jahren nichts von seiner Faszination und Realität verloren hat. In dem Film ist Trixie eine biologische Waffe, ein Virus, was man nicht aufhalten kann. Gewisse Ähnlichkeiten mit unserer heutigen Zeit kann man nicht leugnen, denn wer weiß schon, was das Militär heute schon für biologische Waffen hat. Und genug Viren tummeln sich in unserer Welt eh, was man ja gerade in den aktuellen Nachrichten wieder bewundern kann.
Romeros Film hat Stimmung und Tiefe. Soldaten in Schutzanzügen bevölkern die Stadt, dringen in die Häuser der nichtsahnenden Bürger ein und bringen diese in eine Schule, wo sie wie Vieh gehalten werden. Priorität ist, alle Bürger der Stadt zu bekommen, dafür ist jedes Mittel recht. Ferner darf nichts an die Öffentlichkeit dringen. Da wird wie wild an einem Gegenmittel gebastelt, doch wenn der Arzt wichtige Nachrichten hat, muss er erst mal immer wieder durch die Stimmenerkennung, was Zeit kostet und ihn nur noch nervt. Aber vertuschen ist halt wichtiger.
Beeindruckend ist auch, wie von hohen Tieren schon nachgedacht wird, die Atombombe zu werfen. Wenn man Trixie nicht beikommt, muss halt die ganze Stadt ausradiert werden. Natürlich darf niemand von Trixie erfahren, ergo überlegt man sich schon, wie man den Atombombenwurf legitimieren kann. Ein erschreckendes Szenario.
Eine gewisse Zombiethematik kann man diesem Film auch nicht absprechen. Entweder sind die Opfer tot oder so verrückt, dass sie schon gar nicht mehr wissen, was sie tun. Sie sind irre, aggressiv und greifen alles an, was sich bewegt. Romero bietet einige Beispiele, die nicht übermäßig brutal sind, auch Blut fließt relativ wenig. Dennoch verfehlen die Effekte nicht ihre Wirkung. Es gibt einige blutige Einschüsse, am besten ist die Szene, wenn ein Soldat auf eine alte, strickende Oma trifft.
Gerne zeigt Romero ein Ende, welches düster ist, und da macht er auch bei „Crazies“ keine Ausnahme. Es zeigt sich mal wieder, wie unkontrolliert alles wird, wie dumm der Mensch doch eigentlich ist. Er hat des Rätsels Lösung schon in der Hand, doch dank überforderter Soldaten, dem allgemeinen Chaos nimmt er sich wahrscheinlich die Chance, Trixie doch noch einzudämmen. Zwar bleibt das Ende in dieser Hinsicht relativ offen, doch eigentlich kann sich jeder denken, wie der Film ausgehen wird. Da wird das Ende schon zur Farce, wenn Colonel Peckem am Ende seinen neuen Einsatz erhält.
Fazit: Romero beleuchtet mit „Crazies“ ein Szenario, welches gerade in unser heutigen Welt immer auftreten kann. Romero zeigt Bilder, wie sie in so einem Fall wirklich auftreten könnten. Das Militär hat alle Macht, jedes Mittel ist recht und am wichtigsten ist eh, dass niemand je die Wahrheit erfährt. Zur Not muss man halt nachhelfen und sich schnell eine Lüge ausdenken, die diesen Schritt rechtfertigen würde.
„Crazies“ ist ein hervorragender Film, der eine bedrückende Stimmung verbreitet und von seiner Atmosphäre lebt. Auch der etwas billige Look des Film macht ihn authentischer, so dass „Crazies“ ein wirklich sehenswerter Film ist.