Obgleich Horrorelemente vorhanden sind, schlägt „Here After“ einen anderen Weg ein. Zunächst spielt er mit der furchtbaren Angst einer Mutter ihr Kind zu verlieren, doch statt verstärkt auf gradlinigen Grusel zu setzen, verkommt die Chose zu einem fast schon anrührenden Drama.
Robin (Freya Hannan-Mills) ist eine begabte Pianistin, doch nach einem Fahrradunfall ist sie für 20 Minuten klinisch tot. Ihre Mutter Claire (Connie Britton) kann kaum fassen, dass sie wieder aufwacht und zudem wieder spricht, was sie seit Jahren aufgrund eines traumatischen Erlebnisses vermied. Mehr noch: Robin scheint eine unheimliche Verwandlung durchzumachen und wird zunehmend unberechenbarer…
Es beginnt und endet mit einem Klavierspiel, wobei die allerletzte Einstellung sogar ziemlich gut gemacht ist. Doch anderweitige Überraschungen sucht man leider vergebens. Früh dominieren die Dramenanteile: Geschiedene Ehe, neue Verbindung des Ex, eine deutlich überbehütende Mutter (was nicht gerade die Sympathiewerte steigen lässt) und ein ambivalentes Verhältnis, welches vorzeitig auf Unausgesprochenes hindeutet.
Mit dem Erwachen von Robin beginnt die Phase, welche noch am ehesten mit kleinen Spannungsmomenten verknüpft ist. Beinahe könnte man eine Form von Besessenheit vermuten und auch optisch verändert sich die Schülerin. Hannan-Mills performt zwar hin und wieder etwas drüber, ist für diese Rolle jedoch hervorragend besetzt und generiert zumindest eine Handvoll leicht unheimlicher Momente.
Doch in der finalen Episode wird ihre Figur immer weniger bedeutend, die Anteile des Horrors verschwinden komplett und nach einer Stunde widmet man sich endlich mit ausgiebigen Rückblenden jenem traumatischen Ereignis, um welches es sich im Kern dreht. Themen wie Schuld, Vergebung und Erlösung sind in diesem Zusammenhang beileibe nichts innovatives und der Score, der bis dato rein gar nicht auffiel, trägt mit fetten Streichern dazu bei, die Kitschdosis ins Unermessliche zu treiben.
Die träge Erzählweise mit nicht wenigen unerheblichen Momenten ist genauso unangenehm wie die Tatsache, dass die Synchro nicht alles übersetzte und dadurch zuweilen einige Minuten im italienischen Originalton gesprochen wird, was die Angelegenheit noch zäher erscheinen lässt. Doch auch sonst wird auf Sparflamme gekocht und wer sich fälschlicherweise auf reinen Horror freut, sollte um diesen Streifen einen großen Bogen machen.
Knapp
4 von 10