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„Kuttey“: Gier, Gewehre, große Namen – aber wenig Biss

Kuttey, der Regieerstling von Aasmaan Bhardwaj, möchte vieles sein: ein schwarzhumoriger Thriller, ein gesellschaftskritisches Statement, ein stylisher Genrefilm mit Tarantino-Vibes. Und auf dem Papier klingt das Konzept vielversprechend: mehrere Figuren, ein nächtlicher Showdown in Mumbai, eine Tasche voll Geld und genug moralische Grauzonen, um alle Beteiligten in den Abgrund zu ziehen. Doch trotz starker Besetzung und atmosphärischer Bilder bleibt am Ende vor allem eines zurück – das Gefühl von verpasstem Potenzial.

Die Inszenierung ist ambitioniert und zeigt stellenweise großes filmisches Können. Besonders Tabu brilliert mit ihrer Präsenz und verleiht ihrem Charakter Tiefe und Würde. Auch die Musik von Vishal Bhardwaj trägt zur dichten Stimmung bei, ebenso wie die ruhige, aber wirkungsvolle Kameraarbeit von Farhad Ahmed Dehlvi. Was Kuttey jedoch entscheidend ausbremst, ist sein Drehbuch.

Die Geschichte versucht, viele Fäden zu verknüpfen – Gangster, Polizisten, Rebellen, Familienkonflikte – und verliert dabei oft den Fokus. Es fehlt die emotionale Verankerung, die Figuren bleiben trotz des namhaften Ensembles oft blass oder karikaturenhaft. Der Witz wirkt teils aufgesetzt, die Spannung verpufft durch die Vorhersehbarkeit mancher Wendungen. Die Dialoge, die gerne cool klingen wollen, verlieren sich in Zitatspielerei und bleiben selten haften.

Kuttey ist kein Totalausfall – dafür sorgen einzelne starke Szenen, stilvolle Momente und ein Score, der Atmosphäre aufbaut. Doch der Film kämpft spürbar mit seinem eigenen Anspruch. Am Ende steht eine solide Idee, die sich in zu vielen Subplots verliert und nie wirklich auf den Punkt kommt.

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