Der zwölfjährige Issac und seine junge Stiefmutter Laura werden nach dem plötzlichen Tod des Ehemanns und Vaters James in eine schwierige Familiendynamik gerissen. Während Laura sich dem Alkohol hingibt, behauptet Issac, seinen Vater in Gestalt einer schrecklichen Kreatur gesehen zu haben und der Albtraum-Horror nimmt seinen Lauf …
Das Cover sieht mal nach totalem Trash aus und ehrlich gesagt bin ich auch davon ausgegangen, dass mich hier ziemlicher Blödsinn erwartet, doch nach 20 Minuten habe ich den Streifen ausgeschaltet und am nächsten Tag neu begonnen, denn der Start war alles andere als trashig.
DADDYS HEAD ist überraschend subtil geworden und auch optisch hervorragend umgesetzt. Insbesondere die geniale Szene bei 47:12 ist es schon wert, sich den Streifen anzuschauen. Auch der Rest der Kameraführung ist wirklich superb. Da sieht man mal, was man aus schmalem Budget so rausholen kann, wenn man sich nur Mühe gibt.
Die Geschichte ist allerdings schon etwas krude, denn irgendwie wird dann doch nicht richtig aufgeklärt, wer oder was diese Kreatur denn eigentlich ist. Muss man auch nicht, kann sich jeder selbst dazu Gedanken machen, aber ich hätte mir da schon eine Auflösung gewünscht.
Der Film besteht praktisch nur aus ein paar wenigen Darstellern und ist mit Julia Brown als Witwe klasse besetzt. Der Junge ist mir an manchen Stellen einen Tick zu apathisch, aber das gibt das Drehbuch wohl so vor. Da gefällt mir sein älteres Pendant besser.
Unter dem Strich ein optisch hervorragend in Szene gesetzter kleiner Streifen, mit einigen gut gesetzten Schocks von Regisseur Barfoot, der schon mit der garstigen Horrorkomödie DOUBLE DATE einen gelungenen Beitrag ablieferte – insgesamt finde ich aber DADDYS HEAD doch noch etwas besser.
Wer Horrorfilme mag, die über die subtile Ebene ohne massenweise Blut kommen, der ist hier richtig.