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Liebesbisse

Eine Mutter lässt an sich knabbern. Und bevor hier alle MILF-Hunter juhu schreien - wortwörtlich, von einem Monster in ihrer Wohnung. Das Kind ausgelagert zur abgefuckten Oma. Und so geht das bissige Spielchen los - mütterliche Metapher oder mehr?

Life Is a F*cking Monster

Zwischen "Castle Freak" und "The Babadook" kommt dieser schmatzende und liebkosende Body Monsterhorror daher. Für manche Metapher, für andere grausamer Creature Feature mit Mamablickwinkel. Jeder, der schonmal ein Kind großgezogen und/oder psychische Probleme hat wird seine ganz eigenen, tragischen Schlüsse ziehen. Philosophische Narben. Schmerzhafte Entscheidungen. Aufopferungsvolle Mütter. Oberflächliche Gesellschaft. "Little Bites" ist ein Genreknabbersnack gegen den selbst Beef Jerkys alt aussehen und fad schmecken. Emotionales Mitternachtskino. Zwischen den Stühlen. Die Hauptdarstellerin spielt gnadenlos gut und gibt alles, fleischlich wie geistig. Richtig weiß der Film aber nicht, wohin mit ihrer Power. Einige der Szenen mit dem sie verzehrenden Monster sind zu stark abgedunkelt und im Schatten gehalten. Dennoch hat ihre Wohnung (auch als Abbild ihrer Psyche) definitiv eine ganz eigene Aura und Sogwirkung. Barbara Crampton in einer Nebenrolle - immer gerne gesehen. Obwohl sie in den letzten Jahren schon ein enormes (eher quantitatives als qualitatives) Pensum abspult. Insgesamt ist "Little Bites" schön düster, krank, intim und gemein. Etwas schwarzer Humor. Etwas Kannibalismus. Langsames Leiden. Abgründige und randliche Themen. Und doch mitten im Leben. Aber für mich allgemein eher als Grundidee gut - nicht unbedingt als zu Ende gedachter Film oder runde Geschichte. Nichtmal ganz als Charakterporträt. 80 Minuten wären zudem locker genug gewesen.

Kling Glöckchen Klingelingeling

Fazit: zwischen schmerzhaft-aufopferungsvoll, langsam-einlullend und plakativ-eklig... "Little Bites" wird nicht für jeden Geschmack sein. 

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