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Zwischen Candyman, Mr. Rogers und Freddy Krueger

„Mr. Crocket“ macht Jagd auf böse Eltern… eine schwarze TV-Ikone voller diabolischem Augenzwinkern und faulen Lebensweisheiten klettert 1993 fast a la Samara aus seinem Fernsehprogramm oder direkt von den VHS-Kassetten in die heimischen Wohnzimmer von (vornehmlich schwarzen) Kindern, die unter zu strengen Eltern oder gar häuslicher Gewalt leiden - um kreativ und blutrünstig seine Art von Nächstenliebe zu verbreiten, Rache zu nehmen und (Halb-)Waisen entstehen zu lassen…

Children's Terrifier

Wenn du einen solchen Freund hast, brauchen deine Eltern keine Feinde mehr… „Mr. Crocket“ belebt das Fantasyslashergenre neu, steht ganz in der Tradition des schwarzen Horrorkinos und langt ziemlich bedeutsam in die Schublade der Sozialkritik und ziemlich saftig in die Kiste des Gore. Das hat Hintergedanken, das hat Spaß an Gemeinheiten, das hat selbstredend gelungene 90s-Vibes. Alptraum und Erlösung für (überforderte, gewaltsame) Eltern gleichermaßen. Die Einzeiler sitzen. Der Splatterteig ist meist praktisch und handmade. Das Alptraumfeeling sitzt. Kreativität wird bei den Kills groß und großartig geschrieben. Kinderprogramm und Horror werden nahtlos verwoben. Und Elvis Nolasco als titelgebende Kultfigur ist schlicht eine Sensation. Craven und Romero wären stolz. Jordan Peele hat seinen Spaß. Ich auch. Und daher ist „Mr. Crocket“ aber mal sowas von ein Tipp an diesem Halloween. Und allen kommenden. Wenn es dann nicht sogar schon Fortsetzungen gibt… Aus Konzept und Mythos und Worldbuilding kann man jedenfalls noch eine Menge herausholen. 

Die Sünden unter der Treppe

Fazit: eine neue schwarze Slasherikone? Dafür ist der Weg noch weit. Dennoch hat „Mr. Crocket“ sowohl in Sachen Gewalt als auch Gesellschaftskritik genug in der Tasche um bleibenden Eindruck zu machen. Saftig, süß, sadistisch. 

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