Review

Goreknecht Ruprecht

Teil 1 war nicht direkt top, aber ich attestierte Art dem Killerclown schon damals enormes Potenzial und einen definitiv möglichen Siegeszug als Slasherikone, von denen es heutzutage eh kaum welche oder neue gibt. Teil 2 hat dann überall drei Schippen daraufgelegt, in mancher Betrachtung sogar übertrieben, sich aber in seiner Extremität radikal einen Namen als einer der brutalsten Filme der letzten zwanzig Jahre gemacht. Das war ein ausuferndes Ausrufezeichen. Nun kommt Part III und der Hype könnte kaum größer sein - was zum mit Abstand erfolgreichsten Unrated-Film aller Zeiten (!) in den Staaten führte und zu ausverkauften Kinovorstellungen fast den kompletten Oktober lang. Nun am letzten Tag dieses spooky Monats kommt „Terrifier 3“ auch bei uns in die Kinos - und jetzt hat sich Art endgültig vorgenommen seine ganz eigene Gorekrippe aufzustellen, alten Bekannten einen vorweihnachtlichen Besuch abzustatten und uns auf brutalst mögliche Weise das Fest zu versauen/verschönern… 

Ein eklig-schöner Fickfingerzeig an die Industrie

Wenn man sich in meinem Schocktober nach dieses Jahr fast hundert Horrorfilmen nicht nur zum heisserwartesten Titel, sondern auch noch zu einem echten Highlight entwickelt, dann darf sich der Film auf die Schulter klopfen. Und das hat „Terrifier 3“ im Oktober 2024 geschafft. Damien Leone hat eine weitere jetzt schon legendäre Schlachtplatte geschaffen, die jedes gute G'schmäckle auf die Probe stellen und kein Auge trocken lassen sollte. Vielleicht war Teil 2 noch etwas sadistischer, anstrengender und prüfender. Doch auch „Terrifier 3“ ist passenderweise wunderbar bloody disgusting. Er sieht besser aus denn je. Dasselbe gilt für Lauren LaVera wieder als rigorose Widersacherin. Das Weihnachtssetting war ein Geniestreich und öffnet nun gleich zwei Feiertage für Art - und uns für den Wiederspielwert. Es gibt ein paar echt creepy Momente. Auch ein paar köstliche und witzige. Diese Balance, dieses Erbe sowohl von Herschell Gordon Lewis als auch Buster Keaton zeichnet Art und die Reihe aus, ist einzigartig und toll. Arts „Braut“ ist eine feine Ergänzung, obwohl sie ihm geringfügig Platz wegnimmt. Die Laufzeit ist nicht mehr ganz so heftig lang. Und ich kann mir kaum ein Kino voll mit Horrorfans vorstellen, die dabei keine feuchtfröhliche Splatterparty feiern. „Terrifier 3“ ist die Krönung dieses Monats. Wunderbar abartig, gemein, böse, alptraumhaft. Und vor allem die köstlich kredenzten Gesichter des Todes, Gewalteruptionen wie im Rausch und die kreativen, detaillierten, grausamen und sensationellen Blut- und Fleischmasken erfüllen ihren Zweck perfekt und sind momentan wohl das Nonplusultra. Zwischen comichaft überzogen und wirklich unangenehm. Kein Wunder, dass Tom Savini einen Kurzauftritt hat! Die Atmosphäre geht teils überraschend unter die Haut. Der Look ist grobkörnig und rau genug. Richtig berechenbar ist hier wenig. Daher ist „Terrifier 3“ ein voller Erfolg und Leones natürliche Weiterentwicklung. Toll sind auch seine diesmal zahlreicheren Verweise und Hommagen zu anderen Slasherklassikern - sowohl weihnachtliche als auch sowas wie "Pieces" (Duschszene/Kettensäge). Ein wenig steht er insgesamt nun nach Jahren zwar auf der Stelle, auf dem Schlauch, in einer Sackgasse der Gewalt und Perversion. Doch im Grunde hat er mit dieser Trilogie was Ruhm, Ruf und Radikalität betrifft bereits gewonnen und sich unsterblich gemacht. Immer noch ein löbliches FU an Blumhouse bis Mainstream. Spätestens jetzt mit „Terrifier 3“ sind Leone und Art nicht mehr wegzudenken. Obwohl ich ihn irgendwie auch gerne etwas Neues machen sehen würde…

Schadensplatterfreude

Fazit: Silent Night, Deadly Night in der Tat… „Terrifier 3“ enttäuscht nicht und ist für mich knapp der bisherige Höhepunkt der Reihe! Hochwertiger, ohne seinen Untergrundcharme komplett abzugeben und trotzdem vollkommen indie, kompakter, merzt er einige Schwächen des ellenlangen Vorgängers aus und ist selbstredend ähnlich ultrabrutal - auch wenn er gerade in dieser wichtigsten Beziehung nicht noch eine Schippe auf Part II drauflegt. Was aber auch kaum möglich war. In jedem Fall ein direkter Feiertagsklassiker, denn unser fies-famoser Art ist sowohl dieses Halloween als auch Xmas in Topform! 

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Franchiseranking (das mit Sicherheit noch ausgebaut wird!)

Terrifier - 6,5/10

Terrifier 2 - 7,5/10

Terrifier 3 - 8/10

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