Horrorfreunde dürften sich noch mehrheitlich positiv an die Reihe „Tales From the Crypt“ erinnern, die von 1989 bis 1996 produziert wurde. Ein kleiner Höhepunkt war der stets zynische agierende Cryptkeeper, ein Zombie, der die jeweiligen Inhalte mit boshaften Kommentaren abrundete. Der italienische Autor und Regisseur Daniele Zinelli wollte offenbar eine Hommage anfertigen, doch das Prinzip des Originals scheint er nicht verstanden zu haben.
Ein Wächter präsentiert dem geneigten Publikum drei Horrorepisoden, welche eines gemein haben: Ein Eingang in verschiedene Abteilungen von Zwischenwelten in Form einer frei stehenden Tür inmitten eines Feldes. Hiermit zu tun haben: Ein Elternmörder, ein Infizierter, aber auch ein Außerirdischer.
Die ersten Minuten des Einstiegs lassen allerdings die Erwartungen rasch in den Keller sinken, als drei, vier Fragmente ohne jeglichen Kontext irgendwann ein Ganzes ergeben sollen. Da wird eine Frau erstochen und der „Finder“ soll sich um den Verbleib ihrer Leiche kümmern, während eine garstige Ehefrau ihren Mann zu einem Mord animiert. An anderer Stelle wartet ein Nerd auf die Heimkehr seines Vaters, da Teile seiner Mutter bereits in der Kühltruhe lagern. Jene Handlungsfäden werden im Folgenden nur bruchstückhaft miteinander verknüpft.
Das alles wurde in Schwarzweiß verpackt, was jedoch nicht die schwachen Darstellerleistungen kaschiert. Und auch nicht das holprige Editing, die teils unsichere Kamera und die überaus minimalistische Ausstattung, da fast ausschließlich in langweiligen Wohnungen gedreht wurde. Es gibt insgesamt zwei erwähnenswerte Gewalteinlagen, welche immerhin handgemacht sind und unter anderem ein zermatschtes Gesicht beinhalten, doch ansonsten ist es mit den Schauwerten nicht weit her.
Im Gegenteil, selbst der Präsentator der Chose, der Wächter ist nur ein billiger Abklatsch vom Original, welcher eher an einen Ghoul erinnert und wenig Schrecken verbreitet. Mehr noch: Phasenweise redet der deutlich zu ausgiebig um den heißen Brei herum, ohne eine sarkastische Pointe zu präsentieren. Sein hohles Gefasel ergänzt die Inhalte kaum, noch sorgt es für eine angemessene Stimmung.
Folgerichtig befinden sich auch die beiden übrigen Kurzgeschichten auf einem überaus niedrigen Niveau mit minimalem Unterhaltungswert. In der einen versucht ein Typ seine verstorbene Frau ins Leben zurück zu holen und in der finalen Episode geht es um einen Kranken, der eine Prostituierte entführt, jedoch nicht mit der späten Rache eines Zuhälters (Gastrolle des Regisseurs) rechnet.
Nach rund 93 Minuten bleibt da nicht mehr als Achselzucken und die Erkenntnis, dass selbst Kurzgeschichten eklatante Längen aufweisen können, wenn der fahrige Inhalt null Spannung aufweist. Da rettet selbst ein Einschub in Stop Motion Technik nichts, wenn stets der Eindruck mitschwingt, es durch und durch mit Amateurniveau zu tun zu haben.
2 von 10