2039: Ökoterroristin Julia wird bei einem gewalttätigen Protest von einer Kugel getroffen und verschwindet zusammen mit anderen Aktivisten spurlos! Als sie wieder zu sich kommt, merkt sie, dass sie sich in einer anderen Welt befindet, dem digitalen Gefängnis PLANET B. Den Gefangenen wird klar, dass sie aus diesem Gefängnis nicht so einfach entkommen können. Sie werden psychisch gefoltert, ihre dunkelsten Alpträume werden wahr und sie erkennen nicht mehr, was Realität und was Fiktion ist. Schnell merken sie, dass ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt! Die Journalistin Nour weiß als Einzige über PLANET B Bescheid und ist der Geschichte auf der Spur...
Ein Gefängnis im virtuellem Raum – das hatten wir so noch nicht oder ich habe zumindest keinen Streifen bislang gesehen, der über so etwas verfügte – von daher ist die Idee eigentlich recht erfrischend.
Auch die beiden Hauptdarstellerinnen sind klasse und spielen ihre Rollen überzeugend. Adele Exarchopolus (so einen Namen kann man sich auch nicht ausdenken) hatte in BLAU IST EINE WARME FARBE ja schon ihren großen Auftritt und ist jetzt in einem völlig anderen Genre zu sehen.
Auch das komplette Setting, insbesondere in dem virtuellen Gefängnis gefällt und auch die Alpträume der Protagonisten, die ja so gebrochen werden sollen, um zu gestehen und ihre Freunde zu verraten, sind sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt.
Regisseurin Rapin hat mit einer Ausnahme bisher nur Kurzfilme gedreht. Daher überrascht es besonders, dass ihr zweiter Ausflug ins Spielfilmgeschäft genau das Problem hat, was sie aus ihren anderen Produktionen nicht kennt – er ist einfach 20 Minuten zu lang.
An manchen Stellen hätte man die Handlung straffen können, denn wenn auch die grauenvollen Nächte der Protagonisten edel gefilmt sind, was die Effekte angeht, hätte es auch gereicht, diese nur zweimal zu zeigen.
Das ist aber insgesamt Kritik auf hohem Niveau, denn ansonsten gefällt mir persönlich einfach die Grundidee schon gut und auch die Rolle de Nour, deren „Pass“ (in dem Fall an den Augen zu erkennen) abläuft, ist sehr interessant gestaltet und in den Film integriert.
So bleibt ein spannender und ungewöhnlicher Sci-Fi Streifen, den man nur hätte ein bisschen kürzen können. Die Geschichte an sich ist spannend und auch recht frisch. Ein zweiter Teil darf gerne folgen.
6,8